Allgemein

Die Befreiung der Brüste – die Dessous betonen natürlich die weibliche Brust

Katie Holmes kann als Vorbote der Trendwelle gesehen werden: Bereits im Herbst 2019 stand sie in New York am Straßenrand und rief ein Taxi. Sie trug eine Strickjacke, deren Ärmel verrutscht waren, und enthüllte, was sie darunter trug: eine Kaschmir-Bralette. Als das Modelabel Kaithe, von dem die Bralette stammte, ein Bild der Szene veröffentlichte, war der 250-Dollar-Artikel innerhalb einer Stunde ausverkauft.

Auch andere Influencer immer häufiger in Bralettes zu sehen – und das aus gutem Grund: Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Modeinstitut sieht den Trend als „Reaktion auf die Übersexualisierung der Mode in der Vergangenheit“. Während Unterwäsche kürzlich mit einem Push-up-Effekt oder Bügeln ausgestattet wurde, gibt es derzeit einen Trend zu Natürlichkeit und Komfort. Anstatt ihre Brust um mehrere Tassen größer zu betrügen, tragen Frauen jetzt eine Bralette: einen BH, der keine Polster, Polster oder Drähte benötigt.

Lesen Sie weiter nach der Anzeige

Fast wie in den 60ern – und doch anders

Wenn Sie an die 1960er und 1970er Jahre denken, liegen Sie nicht ganz falsch. Nachdem zahlreiche Designer in den 1950er Jahren BHs in allen möglichen Formen und Stützfunktionen entwickelt hatten, begannen moderne Frauen in den 1960er Jahren, auf sie zu verzichten oder ungepolsterte BHs zu tragen. Die radikaleren unter ihnen forderten sogar BH-Verbrennungen. Bis dahin galt der BH als späterer Nachfolger des Korsetts als Symbol der Unterdrückung, das weibliche Reize verengte, sie in eine standardisierte Form drückte und in vielen Fällen auch ziemlich nervig war. Von nun an stand die Bequemlichkeit an erster Stelle. Zu dieser Zeit erschienen auch Sport-BHs aus extra elastischem Material. Erst in den 90er Jahren entwickelte sich das Schönheitsideal wieder in die andere Richtung: Kurven waren ebenso gefragt wie Supermodels wie Cindy Crawford, Linda Evangelista und Claudia Schiffer. Der Retter, der alle kleinbrüstigen Frauen brauchte, versprach attraktive Fülle und hieß: Wonderbra.

Klassisch, sportlich oder extravagant

Pinsel können jetzt wieder so groß sein, wie sie wollen: In Zeiten positiver Körperhaltung gibt es nichts am Körper, was nicht so gut ist wie es ist. Im Gegensatz zu den Modellen der 1960er und 70er Jahre, die ausschließlich auf Komfort ausgerichtet waren, betont die Bralette die weiblichen Qualitäten auf sehr stilvolle Weise. Die Dessous sind ein wahrer Allrounder, der je nach Typ oder aktueller Tagesstimmung ausgewählt werden kann. Es ist ein Symbol für eine „ambivalente Entwicklung: einerseits in Richtung mehr Zurückhaltung, andererseits in Richtung Ästhetisierung“, sagt Müller-Thomkins vom Deutschen Modeinstitut. Die klassische Bralette punktet mit einer Art Undercover-Glamour, wie der Modeexperte es ausdrückt: Sie besteht aus zarter Spitze und kann gerne unter einem T-Shirt oder einem übergroßen Pullover hervorschauen. Besonders mutige Frauen kombinieren die Bralette mit nichts als einem Blazer darüber. Zu den Stars, die den Look bereits tragen, gehören die Mode-Influencerin Olivia Palermo und das Supermodel Cara Delevingne.

Ein weiterer Trend ist die sportliche Version, mit der Frauen ihre androgyne Seite betonen. Denn nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der Mode besteht derzeit ein zunehmendes Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen, sagt Müller-Thomkins. Im Gegensatz zu früher muss sich der funktionale und stilvolle Sport-BH nicht mehr im Fitnessstudio verstecken: Models und Influencer wie Julie Sariñana alias Sincerely Jules oder Caro Daur zeigen, wie es ist und zeigen sich im trendigen Athleisurelook.

Nur mit einer Bralette im Alltag? Eher weniger

Mit Bralettes aus Samt, Satin oder Kaschmir wird es etwas extravaganter. Neben dem Aussehen gibt es auch individuelle Eigenschaften der verschiedenen Stoffe. Während Kaschmir perfekt für kalte Wintertage geeignet ist, eignet sich Satin dank seiner kühlenden Wirkung auf die Haut am besten für Frühling und Sommer. Die italienische Modebloggerin Chiara Ferragni ging kürzlich noch einen Schritt weiter und präsentierte ihren über 18 Millionen Anhängern eine silberfarbene Bralette in Kombination mit einem grünen zweiteiligen Anzug.

Auf der anderen Seite ist es im Alltag weniger empfehlenswert, in einer Bralette herumzulaufen – fast oben ohne. „Die offene Darstellung von Nacktheit ist eigentlich gestern“, bestätigt Müller-Thomkins vom Deutschen Modeinstitut. Bei den Stars sieht es natürlich anders aus: Zum Beispiel zeigte sich das Model Georgia May Jagger kürzlich in einer Khaki-Bralette mit einer glänzenden silbernen Hose. Und das amerikanische Model Kaia Gerber konnte vor einigen Wochen bei den British Fashion Awards in einem schwarzen Hauch von Nichts bewundert werden.

Auch eine bequeme Alternative zum BH für große Brüste

Aber was ist mit Frauen, die mit großen Brüsten gesegnet sind? Am besten entscheiden Sie sich für eine Bralette aus etwas festerem Material mit breitem Bund, damit alles dort bleibt, wo es hingehört. Dank des positiven Körperdenkens gibt es auf Instagram auch viele kurvige Frauen in Bralettes.

Übrigens: Bralettes haben einen weiteren Vorteil. Stellen Sie sich halbnackt in die Umkleidekabine des Unterwäschegeschäfts, räuspern Sie sich und pfeifen Sie dann zum hundertsten Mal „75C, Schatz! Not D! „Gehört nun wohl der Vergangenheit an. Da Bralettes nur in normalen Kleidergrößen erhältlich sind, ist auch hier die Einfachheit sehr wichtig.

Inspiriert vom LVZ Newsticker -> Zum kompletten Artikel

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"