Evelyn Richter: Eine fotografische Reise zur russischen Seele in Leipzig

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Die Ausstellung "Licht im Dunkel" im MdbK Leipzig zeigt die eindruckvolle Fotografie von Evelyn Richter und dokumentiert ihre einzigartige Sicht auf das orthodoxe Leben.

Die Ausstellung "Licht im Dunkel" im MdbK Leipzig zeigt die eindruckvolle Fotografie von Evelyn Richter und dokumentiert ihre einzigartige Sicht auf das orthodoxe Leben.
Die Ausstellung "Licht im Dunkel" im MdbK Leipzig zeigt die eindruckvolle Fotografie von Evelyn Richter und dokumentiert ihre einzigartige Sicht auf das orthodoxe Leben.

Evelyn Richter: Eine fotografische Reise zur russischen Seele in Leipzig

Die Begegnung mit einem oft verborgenen Teil des Lebens der Menschen steht im Mittelpunkt der neuesten Ausstellung des Museum der bildenden Künste Leipzig (MdbK). Sie gewährt Einblicke in das Schaffen der bedeutenden DDR-Fotografin Evelyn Richter, die für ihre ästhetischen Bilder bekannt ist, die das Leben fernab der öffentlichen Propaganda dokumentieren. Unter dem Titel „Evelyn Richter. Licht im Dunkel“ zeigt die Schau eine Sammlung von Richters Farbfotografien, die sie während ihrer letzten Reise nach Russland im April 2012 im Pafnuti-Kloster in Borowsk aufnahm. Diese Reise markierte einen persönlichen Höhepunkt in Richters Schaffenslauf, den sie in ihrer beeindruckenden Karriere stets mit einer tiefen Neugier für die „russische Seele“ verband, die sie mit dem orthodoxen Glauben und der Passion Christi in Verbindung brachte, wie MDR berichtet.

Die von Jeanette Stoschek kuratierte Ausstellung zeigt die Momente mystischer Versunkenheit, in denen Gläubige und Mönche beim Gebet und in Demut festgehalten werden. Richters Fotografien rufen Erinnerungen an die Werke russischer Realisten des 19. Jahrhunderts hervor, insbesondere an die von Ilja Repin. Darüber hinaus dokumentiert die Ausstellung die Entstehung der Pafnuti-Serie und stellt einige Werke vor, die erstmals öffentlich präsentiert werden. Bereits 1957 hatte Richter ihre erste Reise nach Moskau unternommen, die ihre faszinierende Beziehung zu den oft verschlossenen Kirchen der Region prägte.

Ein Leben für die Fotografie

Evelyn Richter, 1930 bei Bautzen geboren und 2021 in Dresden verstorben, wuchs in einem protestantisch geprägten Umfeld auf, das ihre Sichtweise auf den Glauben prägte. Diese religiöse Faszination wird in ihren Arbeiten klar sichtbar. Sie lernte, in Museen und während ihrer Reisen zu fotografieren, insbesondere vor den Ikonen und religiösen Bildern, die während der sozialistischen Zeit oft verborgen waren. Ihre Darstellung von Menschen in diesem Kontext führte zu einem Langzeitprojekt, das die Besucher von Museen in den Mittelpunkt rückt. Bei ihrem letzten Besuch in Moskau hatte Richter die Genehmigung, an einem Ostergottesdienst in restaurierten Kirchen und Klöstern teilzunehmen, was ihr eine neue Perspektive auf ihren lang gehegten Wunsch erfüllte, die Gelebte Religiosität in Russland festzuhalten, und das Festhalten dieser Farbenpracht wurde mit ihrer bewussten Entscheidung für die Farbphotographie erreicht, wie die Webseite des MdbK bestätigt: mdbk.de.

Die Ausstellung im MdbK, die Werke aus über fünfzig Jahren umfasst, stellt nicht nur die farbenfrohen Fotografien der Pafnuti-Serie vor, sondern verbindet damit auch die Entstehungsgeschichte von Richters Arbeit und den politischen Kontext, in dem sie lebte. Politische Themen, wie etwa das prägende Bild eines zornigen Mütterchens 1989 vor einer Klosterpforte, machen die Tiefe ihrer Auseinandersetzung mit der Welt deutlich. Die schönen, warmen Farben, die sie einfing, stehen im Kontrast zu den oft schwierigen politischen Gegebenheiten ihrer Zeit.

„Evelyn Richter. Licht im Dunkel“ bleibt somit nicht nur eine visuelle Erkundung ihrer Kunst, sondern auch ein eindringliches Zeugnis ihres Lebens und Schaffens, das der Geschichte und den Menschen im und um Ostdeutschland ein Gesicht gibt. Dank der Ostdeutschen Sparkassenstiftung konnte das Evelyn Richter Archiv im MdbK die bedeutende Werkgruppe erwerben und somit einen wichtigen Teil der zeitgenössischen Fotografie in die Zukunft tragen.