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Verärgerte Reaktionen: Ausdünnung des Verkehrs im Mitteldeutschen S-Bahn Netz in Leipzig aufgrund von Lokführermangel

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Verwunderung über Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr in Leipzig

Leipzig. Verwunderung und Verärgerung zugleich: Weil Lokführer fehlen, muss der Verkehr im Netz der Mitteldeutschen S-Bahn ausgedünnt werden. Betroffen sind die Linien S1, S2, S6 und S10. Für den Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) kommt die Ankündigung der Deutschen Bahn überraschend, wie Geschäftsführer Bernd Irrgang der LVZ sagt.

„Wegen Krankheit ist Eile geboten“

Man habe nicht bis nächste Woche warten können, heißt es bei der Deutschen Bahn Tochter DB Regio Südost, zu der die Mitteldeutsche S-Bahn gehört. Den eiligen Schritt erklärt man mit der personellen Lage. Es stünden wegen des hohen Krankenstandes nicht genügend einsatzfähige Lokführer zur Verfügung.

„Kurzfristige Zugausfälle sind die Folge“, teilt DB Regio mit. Zudem spüre man „die Herausforderungen des Arbeitsmarktes und des demografischen Wandels.“ Man versuche, mit den Kürzungen auf ausgewählten Linien ein insgesamt „stabiles und verlässliches Angebot für die Fahrgäste“ zu erzielen.

Vor allem Linien S1 und S6 betroffen

Ausgedünnt werden vor allem die Fahrten auf der S1 und S6: Wie bereits im August vergangenen Jahres, als wegen Corona das Angebot reduziert werden musste, werden auch jetzt die Linien S1 und S6 zusammengelegt. Das bedeutet, dass die S6 ab 15. Oktober am Tiefbahnhof des Leipziger Hauptbahnhofs als S1 bis Borna beziehungsweise Geithain weiterfährt.

Und umgekehrt wird die S6 ab Leipzig Hauptbahnhof zur S1 nach Miltitzer Allee. Wobei dann die Halte der Linie S6 Essener Straße, Leipzig Nord und Leipzig Messe entfallen. Bei der Linie S1 entfallen die Halte Völkerschlachtdenkmal und Stötteritz.

Auf der S10 fahren keine Züge mehr

Anpassungen gibt es auch auf der Linie S2. So entfallen einzelne Fahrten an Sonn- und Feiertagen zwischen Leipzig und Delitzsch. Die S2 von Stötteritz nach Bitterfeld, Dessau, Wittenberg und Jüterbog sei davon nicht betroffen, heißt es.

Betroffen ist zudem die Linie S10. „Ab 16. Oktober 2023 entfallen die Züge auf dieser Linie zwischen Miltitzer Allee und Leipzig Hauptbahnhof.“ Wobei die S10 seit längerer Zeit schon nicht mehr richtig bedient wird. Aktuell fällt jeder dritte der S10-Züge aus – an manchen Tagen ist schon jetzt überhaupt kein Zug gefahren.

S3 wird zur Hauptverkehrszeit verstärkt

Es gibt aber nicht nur Kürzungen: Wie die Bahn weiter mitteilt, wird es ab 16. Oktober zusätzliche Fahrten auf der Linie S3 (Wurzen–Leipzig Hbf–Schkeuditz–Halle Hbf–Halle-Nietleben) zur Hauptverkehrszeit geben. Die zusätzlich eingesetzten Züge beginnen und beenden ihre Fahrt in Leipzig Hauptbahnhof – oberer Bahnhof.

„Der Bahn fehlen die Kräfte“

„Die personellen Zwänge des Unternehmens sind uns sehr wohl bekannt“, so Irrgang weiter. Seit rund zwei Jahren werde die Personaldecke insbesondere bei den Lokführern immer dünner. Aber auch in den Werkstätten von DB Regio Südost fehlten immer öfter Leute, sodass sich auch die Fahrzeugausfälle häuften.

Natürlich zahle man als Aufgabenträger nicht für Leistungen, die nicht erbracht werden. Das ist vertraglich geregelt, sagt Irrgang. Damit erreiche man aber wenig. „Der Bahn fehlen die Kräfte. Die kann man nicht von heute auf morgen herbeizaubern“, räumt er ein. Auch bei anderen Unternehmen, mit denen man Verträge hat, gibt es personelle Engpässe.

Weitere Leistungskürzungen befürchtet

Bei der Bahn heißt es, dass man die „Ausbildungs- und Einstellungsoffensive“ weiter fortsetze. „Allein für die S-Bahn Mitteldeutschland bildet DB Regio in diesem Jahr insgesamt mehr als 80 neue Kolleginnen und Kollegen als Lokführende oder Kundenbetreuende in der Erstausbildung und im Quereinstieg aus.“

Die Kürzungen im Fahrplan r

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