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Stadt will denkmalgeschützten Kohlrabi-Zirkus kaufen – Stadt Leipzig

„Der Kohlrabizirkus ist ein architektonisches Wahrzeichen Leipzigs, das eine Zukunft verdient – ​​und ein sportliches Wahrzeichen werden kann. Wir sind überzeugt, dass sich ein solches besonderes Objekt konzeptionell am besten in städtischem Besitz entwickeln und nicht zuletzt für den Eissport sichern lässt“ Burkhard Jung. Über den Kauf entscheidet schließlich der Stadtrat.

Sicherer Eissport und das „Institut für die Zukunft“

Geplant ist, die Nordkuppel des „Kohlrabi-Zirkus“ in einem ersten Schritt als Eisbahn für Breiten- und Profisport und als Kulturstandort für das „Institut für die Zukunft“ im Untergeschoss zu sichern. Die Leipziger Entwicklungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH & Co. Grundstücks-KG (LEVG) soll als kommunale Holding die Flächen betreuen – und erhält die Immobilie nach dem Kauf als sogenannte Sacheinlage. Der Kaufpreis beträgt aktuell 12,55 Millionen Euro. Bis Ende Juli 2021 verhandelt die Vicus Group AG den Kauf exklusiv mit der Stadt, es besteht jedoch kein reines Vorkaufsrecht zugunsten der Stadt. Außerdem soll die LEVG einen Managementzuschuss sowie eine Anschubinvestition erhalten, um beispielsweise den Brandschutz zu verbessern.

Langfristiges Nutzungskonzept

Parallel zu diesem ersten Schritt soll ein langfristiges Nutzungskonzept für das gesamte Objekt entwickelt werden. Der Kohlrabi-Zirkus könnte beliebte Trend- und Freizeitsportarten wie Parcours und Klettern anbieten, weitere Kultur-, Freizeit- und Gastronomieangebote sollen dieses Angebot begleiten. Darüber hinaus wären im Büroanbau, der die beiden Kuppeln verbindet, Proberäume, Ateliers und ähnliche kreative Freiräume denkbar. Längerfristig ab 2030 soll das Potenzial des zum Gesamtgrundstück gehörenden Baulandes für die Ansiedlung weiterer Unternehmen genutzt werden, die den Weg der alten Messe fortsetzen. Mit diesem Verkaufserlös könnte dann die Sanierung des Bestandsgebäudes finanziert werden.

Kohlrabi-Zirkus

Seinen heute weit verbreiteten liebevollen Beinamen verdankt der Kohlrabizirkus seiner ursprünglichen Nutzung und der markanten Form mit Doppelkuppel: Das Gebäude wurde ursprünglich als Großmarkthalle für Obst und Gemüse errichtet und zwischen 1927 und 1930 entsprechend errichtet nach den innovativen Plänen des Stadtplaners Hubert Ritter und der Ingenieure Franz Dischinger und Hubert Rüsch gebaut. Jede Kuppelunterkonstruktion hat eine quadratische Grundfläche von jeweils 75 Metern Länge und 75 Metern Breite. Die Flächen werden nahezu stützenfrei von bis zu 33 Meter hohen Stahlbetonkuppeln überspannt. Das Objekt wurde komplett unterkellert, um eine fortschrittliche Logistik und Kühlung der Ware zu gewährleisten. Der Ort gilt als „historisches Wahrzeichen des Bauingenieurwesens“.

Seit Ende 1995 wird der „Kohlrabi Circus“ nicht mehr als Großmarkthalle genutzt. Inzwischen bietet die Nordkuppel vor allem den Leipziger Eissportvereinen ein Zuhause – mit der einzigen nutzbaren Eisfläche der Stadt und des Umlandes.

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