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Sachsendorf feiert Einweihung des neuen Dorfgemeinschaftshauses in Wurzen nach jahrelanger Planung und ehrenamtlichem Engagement

Wurzen. Die Sachsendorfer sind um ein Kleinod reicher. Gerade einmal neun Monate dauerte es vom Versenken der Zeitkapsel am 14. April 2023 bis zum letzten Handgriff für das neue Dorfgemeinschaftshaus am 27. Dezember. Die Einweihung des modernen Flachbaus feierten jetzt, anderthalb Wochen später, mehr als 200 Einwohner des 450-Seelen-Ortsteils von Wurzen gemeinsam mit der lokalen Politprominenz, darunter Landrat Henry Graichen (CDU) und Oberbürgermeister Marcel Buchta (parteilos).

Der Weg bis dahin sei jedoch lang und steinig gewesen, wie die Vorsitzende des Heimatvereins, Nicole Griesecke, in ihrer Eröffnungsrede betonte. Denn die Idee, einen Mittelpunkt für Vereine zu schaffen, liegt weit zurück. Die ersten Gespräche dazu fanden immerhin schon 2014 statt. In jenem Jahr brannte die ehemalige Konsum-Verkaufsstelle. Heute, so Griesecke, „stehen wir auf den Grundmauern des 2015 abgerissenen Gebäudes“.

Großteil der Investition stammt aus dem Wasserturmprojekt

Die Freude darüber ist bei ihr und den mittlerweile 72 Mitgliedern des im September 2016 gegründeten Heimatvereins Sachsendorf groß. Schließlich investierte die Stadt Wurzen circa 800 000 Euro in die Immobilie, welche einen großen Saal für 75 Personen sowie eine Heimatstube, Küche und einen Sanitärtrakt besitzt.

Der Großteil des Geldes – 600 000 Euro – stammt aus dem Verkauf des Wurzener Wasserturm-Geländes an Aldi. Lediglich die Kosten für das Mobiliar wurden über das Regionalbudget im ländlichen Raum gefördert. Tische und Stühle mussten allerdings für ein Jahr bei der Firma Gottschlich GmbH in Burkartshain zwischengelagert werden.

Vereinsmitglieder leisteten über 400 Arbeitsstunden

„Sachsendorf begeht 2024 sein 740-jähriges Jubiläum, und ich glaube, man kann ein Jubiläumsjahr nicht besser beginnen als mit der Einweihung eines so bedeutenden Gebäudes“, lobte Griesecke insbesondere das ehrenamtliche Engagement. Über 400 Arbeitsstunden leisteten die Mitglieder, und an 35 Bauberatungen nahmen die Vereinsvorstände teil. Zugleich aber dankte sie den am Bau beteiligten Unternehmen und vor allem Wurzens Ex-Oberbürgermeister Jörg Röglin, der von Beginn an hinter dem Projekt stand, es forcierte und übrigens nun selbst ein Sachsendorfer Einwohner ist.

Das Schlusswort führte dann vor der ersten Stippvisite des neugierigen Publikums das amtierende Stadtoberhaupt Marcel Buchta. „Es braucht eine Dorfgemeinschaft, und es braucht einen Dorfmittelpunkt.“ Aus dem neuen Domizil heraus könne nun wieder im Ortsteil ein Vereinsleben stattfinden und vielleicht sogar wachsen, wünschte sich der 40-Jährige.

LVZ

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