Leipzig Aktuell

Sachsen erhöht Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen nach Hamas-Angriff auf Israel

Innenministerium will keine Details zu Sicherheitsmaßnahmen nennen

Weitere Einzelheiten zu den erhöhten Sicherheitsmaßnahmen in Sachsen sind bislang nicht bekannt. Auf Anfrage von MDR SACHSEN teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit, dass eine hohe abstrakte Gefahr bestehe. Die bereits vorhandenen Schutzmaßnahmen würden in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden des Bundes und der Länder lageangepasst umgesetzt. Aus polizeitaktischen Gründen könnten jedoch keine Details genannt werden, so der Sprecher.

Ein Mitarbeiter der Synagoge in Görlitz bestätigte einem MDR-Reporter, dass verstärkt Polizeistreifen unterwegs seien.

Jüdische Gemeinden in Dresden, Leipzig und Chemnitz

Im Landesverband Sachsen sind die Jüdischen Gemeinden Chemnitz, Dresden und Leipzig organisiert. Kürzlich wurde in Dresden zudem eine zweite Synagoge eröffnet, die zur im Jahr 2021 gegründeten Jüdischen Kultusgemeinde gehört. Die Synagoge in Görlitz, die im Juli 2021 nach einer langen Sanierung wiedereröffnet wurde, dient als Kulturzentrum. In Görlitz gibt es bisher keine jüdische Gemeinde, jedoch befindet sich der Aufbau einer neuen Gemeinde in Vorbereitung.

Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde begrüßt erhöhte Polizeipräsenz

Moshe Barnett, der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden, äußerte sich positiv zur erhöhten Polizeipräsenz. Angesichts der Bilder aus Berlin-Neukölln, wo Palästinenser den Angriff auf Israel gefeiert haben, macht er sich Sorgen, dass die Gewalt auch in Sachsen ankommen könnte.

Obwohl er in den letzten Tagen selbst nicht in der Synagoge war, berichteten ihm andere Gemeindemitglieder, dass die Polizei seit gestern im halbstündlichen Rhythmus vorbeikomme. Er findet dies sehr gut und versicherte, dass sie nun vorsichtiger seien. Dennoch richte sich ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf Israel, da sie dort Familien und Freunde hätten.

Solidaritäts-Kundgebung in Leipzig

Etwa 200 Menschen haben laut Polizei in Leipzig ihre Solidarität mit Israel bekundet. Die Demonstration wurde am Sonntagnachmittag vom jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Leipzig organisiert. Die Teilnehmer schwenkten israelische Flaggen.

In den Reden wurden die Angriffe der Hamas verurteilt und in einer Schweigeminute wurde den Opfern der Attacken gedacht. Laut Polizei verlief die Veranstaltung friedlich.

Leipziger Schülertheater-Gruppe derzeit in Israel

Eine Schülertheater-Gruppe aus Leipzig befindet sich derzeit in der israelischen Partnerstadt Herzliya. Laut Oberbürgermeister Burkhard Jung sind die 15 Jugendlichen sicher und wohlauf. Es wird geprüft, ob die Gruppe wie geplant am Montag nach Deutschland zurückfliegen kann. Die Leipziger Stadtverwaltung steht in engem Kontakt mit der Gruppe.

Jung verurteilte den Großangriff der Hamas auf Israel und betonte die Solidarität mit den Menschen in Israel sowie das Mitgefühl mit den Opfern und ihren Angehörigen.

Laut offiziellen Angaben sind bei den Angriffen der Hamas aus dem Gazastreifen in Israel mindestens 600 Menschen ums Leben gekommen. Israel hat mit Gegenschlägen reagiert, bei denen laut dem Gesundheitsministerium in Gaza mehr als 370 Menschen getötet wurden. In Israel wurde der Kriegszustand ausgerufen.

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