Am 8. Oktober 2025 findet in Leipzig ein Lesekreis statt, der sich mit einem der wichtigsten Werke des Marxismus auseinandersetzt: „Staat und Revolution“ von Wladimir I. Lenin. Dieses Buch, das zwischen August und September 1917 in Finnland verfasst wurde, gilt als zentraler Text zur Staatstheorie und bietet tiefgehende Analysen über den Charakter des bürgerlichen Staates und seine Funktion im Kapitalismus. Der Lesekreis plant, dieses Werk als Grundlage für politische Diskussionen zu nutzen, um damit aktuelle Entwicklungen wie die globale Blockkonfrontation, die Aufrüstung und die gesellschaftlichen Sparzwänge zu thematisieren. Diese Faktoren sind in der aktuellen politischen Landschaft besonders relevant, ebenso wie die schrecklichen Ereignisse des Genozids in Gaza, die zur Diskussion anregen sollen. Klasse gegen Klasse berichtet, dass der Lesekreis die Zukunft der bürgerlichen Staatenwelt und die Antworten der Linken darauf beleuchtet.
Lenins Werk ist nicht nur ein fundamentales Dokument zur Lehre des Marxismus, sondern auch eine klare Aufforderung an die Arbeiter:innen, die staatliche Macht zu erobern. Lenin argumentiert, dass der bürgerliche Staat ein Werkzeug der herrschenden Klasse zur Organisation der Ausbeutung der Arbeiter:innen ist. Hierbei wird betont, dass der Staat während der Revolution zerschlagen und durch Institutionen ersetzt werden muss, die unter direkter Kontrolle der Arbeiter:innen stehen. Die Idee dieser neuen Organisation der Arbeit entwickelte Lenin im Kontext der Erfahrungen der russischen Revolutionen von 1905 und 1917, wie Wikipedia hervorhebt.
Der Lesekreis in Leipzig
Die erste Sitzung des Lesekreises findet am 26. Oktober 2025 um 16 Uhr in der Merseburger Str. 103, 04177 Leipzig, auf dem Gehsteig vor dem Haus statt. Organisiert wird dieser Lesekreis von der Revolutionären Internationalistischen Organisation, die an die große antimilitaristische Tradition Leipzigs anknüpfen möchte. Historisch gesehen hat Leipzig einen bedeutenden Platz in der Geschichte der Linken; hier wurde 1863 die erste deutsche Arbeiter:innenpartei, der ADAV, gegründet. Zudem sprach die prominente Sozialistin Rosa Luxemburg 1913 in Leipzig über die Gefahren eines Weltkrieges, und sowohl Leipziger als auch Berliner Arbeiter:innen streikten 1917 gegen den Weltkrieg, was die politische Aktivität und den Widerstand in dieser Region unterstreicht.
Ein zentrales Thema des Lesekreises wird die Möglichkeit eines Übergangs zum Sozialismus im 21. Jahrhundert sein. Dies schließt die kritische Betrachtung der Unterstützung imperialistischer Ambitionen durch einige Linke während des Ersten Weltkrieges ein, ein Punkt, den Lenin in seinem Werk deutlich verurteilt hat. Laut seiner Theorie kann der Sozialismus nur durch einen entschlossenen Kampf gegen den bürgerlichen Staat erreicht werden.
In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen, vor denen die Linke steht, ist der Lesekreis nicht nur eine theoretische Auseinandersetzung, sondern auch eine praktische Antwort auf die vielen Fragen, die sich aus der gegenwärtigen politischen Lage ergeben. Der Lesekreis lädt alle Interessierten ein, sich an der Diskussion über die Zukunft unserer Gesellschaft zu beteiligen und die Ideen Lenins unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts zu reflektieren.




