Das Universitäre Krebszentrum Leipzig (UCCL) hat kürzlich eine bedeutende Zertifizierung erhalten, die die Qualität seiner Versorgung von Patient:innen mit fortgeschrittenen oder seltenen Krebserkrankungen unterstreicht. Die Einrichtung, unter der Leitung von Prof. Florian Lordick, zielt darauf ab, individuelle Behandlungsansätze für Betroffene in Mitteldeutschland zu entwickeln. In diesem Zusammenhang ist das Zentrum nun auch offizielles Mitglied im Deutschen Netzwerk für personalisierte Medizin (DNPM). Leipzig ist somit der erste Standort in Mitteldeutschland, der dieser Initiative beigetreten ist. Diese Mitgliedschaft ermöglicht dem UCCL, gezielt nach Therapieoptionen für Patient:innen zu suchen, bei denen Standard-Therapien nicht mehr erfolgreich sind, wie die Leipziger Volkszeitung berichtet.

Bei der Behandlung von Tumoren nutzt das UCCL moderne Sequenzierverfahren, um genetische Veränderungen im Tumormaterial der Patient:innen zu analysieren. Prof. Ulrich Hacker leitet das molekulare Tumorboard (MTB), das interdisziplinar arbeitet und individuelle Behandlungskonzepte empfiehlt. Dieses Team aus Onkologen, Pathologen, Humangenetikern, Radiologen und Chirurgen ist notwendig, um die Komplexität der Tumorerkrankungen zu berücksichtigen und die bestmöglichen Ergebnisse für die Patient:innen zu erreichen. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Kolleg:innen des Universitätsklinikums Jena wird auch im Mitteldeutschen Krebszentrum (CCCG) geforscht und gearbeitet. Prof. Hacker betont die rasante Entwicklung im Bereich der personalisierten Medizin und bedankt sich bei den kooperierenden Einrichtungen für deren Unterstützung.

Personalisierte Medizin: Ein Fortschritt in der Onkologie

Die personalisierte Medizin hat das Ziel, Tumorerkrankungen besser zu verstehen und individuelle Behandlungen anzubieten. Dabei werden Zellen auf ihre genetischen Eigenschaften untersucht, um spezifische Veränderungen zu identifizieren, die therapeutisch angegangen werden können. Diese Vorgehensweise ist besonders wichtig, da viele Tumoren keine erkennbaren Zielstrukturen aufweisen, was die Behandlung erschwert. Standardtherapien wie Chemotherapie oder Bestrahlung sind oft die letzte Option, wenn personalisierte Ansätze nicht möglich sind, so berichtet Infoportal Krebs.

Um den Austausch über neue Entwicklungen in der Onkologie zu fördern, plant das UCCL mehrere Veranstaltungen. Dazu gehört das Event „Gastrointestinale Onkologie 2026 – Update und Bewertung für die Praxis“ am 11. Februar 2026 im Hotel Michaelis in Leipzig, welches sich dem Austausch über neue, praxisverändernde Daten widmet. Darüber hinaus findet am selben Standort der Kooperationspartner-Netzwerktreffen 2026 statt, das sich auf aktuelle Entwicklungen im Mitteldeutschen Krebszentrum und molekulare Diagnostik konzentriert.

Das UCCL setzt somit nicht nur auf individuelle Behandlungen, sondern auch auf den interdisziplinären Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, um die bestmögliche Versorgung für Patient:innen zu gewährleisten. Weitere Informationen zur personalisierten Medizin und den geplanten Veranstaltungen sind auf der offiziellen Seite des Universitätsklinikums Leipzig zu finden: Uniklinikum Leipzig.