Debatte in Leipzig: Was bedeutet die Russlandpolitik für Europa?

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Am 3. Dezember 2025 diskutierten Experten in Leipzig über die Russlandpolitik und deren Auswirkungen auf Europa.

Am 3. Dezember 2025 diskutierten Experten in Leipzig über die Russlandpolitik und deren Auswirkungen auf Europa.
Am 3. Dezember 2025 diskutierten Experten in Leipzig über die Russlandpolitik und deren Auswirkungen auf Europa.

Debatte in Leipzig: Was bedeutet die Russlandpolitik für Europa?

Am 3. Dezember 2025, fand in Leipzig eine bedeutende Diskussion der deutsch-polnischen Expertengruppe zur Russlandpolitik statt. Diese Veranstaltung war eine Gemeinschaftsinitiative des Polnischen Instituts Berlin – Filiale Leipzig und brachte verschiedene Fachleute zusammen, um über die komplexen Beziehungen zu Russland zu sprechen. Im Zentrum der Diskussion standen unterschiedliche historische Erfahrungen und Wahrnehmungen Russlands, die die Sichtweise der europäischen Länder beeinflussen.

Deutschland hat traditionell den Fokus auf Dialog und wirtschaftliche Verflechtung gelegt. Im Gegensatz dazu teilen Polen und andere ostmitteleuropäische Länder tiefgehende Erfahrungen mit imperialer Hegemonie, Besatzung und Zwangsherrschaft, die ihre Einstellung zu Russland prägen. Diese divergierenden historischen Erinnerungen führen zu unterschiedlichen politischen Kulturen und Bewertungen der Bedrohung durch Russland in Europa.

Uneinheitliche Einschätzungen in Europa

Während in Teilen Westeuropas Hoffnungen auf Kooperation und Demokratisierung durch Handelsbeziehungen vorherrschen, glauben Polen und Nachbarländer, dass nur Abschreckung und Geschlossenheit eine sichere Zukunft garantieren können. Die Experten diskutierten Wege, wie Europa, insbesondere Deutschland und Polen, auf die verschiedenen Herausforderungen reagieren sollte. Dabei wurden Lehren aus den Erfahrungen der Länder gezogen, die direkt an Russland, Belarus und die Ukraine grenzen.

Die redefinierte Rolle Russlands unter Wladimir Putin war ein zentrales Thema. Die Verbindung zwischen der innenpolitischen Repression und der aggressiven Außenpolitik wurde eingehend behandelt. Strategien zur langfristigen Unterstützung der Ukraine und zur Sicherung des Friedens in Europa waren ebenfalls zentrale Diskussionspunkte. Die Veranstaltung wurde von Bernd Karwen, dem Leiter des Polnischen Instituts, eröffnet, während Cornelius Ochmann von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit die Moderation übernahm.

Gemeinsame europäische Politik und Strategie

Die Diskussion brachte auch die Frage auf, wie eine gemeinsame europäische Politik aussehen könnte, die Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit vereint. Experten wie Witold Rodkiewicz vom Zentrum für Oststudien in Warschau und Julia Herzberg vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa trugen relevante Perspektiven bei. Im Dezember 2024 hatten das Zentrum Liberale Moderne und das Zentrum für Oststudien eine deutsch-polnische Expert:innengruppe ins Leben gerufen, um neue Impulse für Russland- und Sicherheitspolitik zu entwickeln und ein strategisches Papier mit dem Titel „Herausforderung Russland“ zu veröffentlichen.

Diese Initiativen sind vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Spannungen zwischen der EU und Russland zu sehen. Die Beziehungen sind seit der Annexion der Krim im Jahr 2014 erheblich verschlechtert worden, was als Angriff auf die territoriale Integrität der Ukraine und als Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität in Europa betrachtet wird. Russlands aggressive Außenpolitik wird als Angriff auf grundlegende Werte der EU wie Freiheit und Demokratie angesehen, was zu einem verschärften Sicherheitskompass der EU führte, der Russland als langfristige Bedrohung einstuft und die Notwendigkeit einer stark integrierten europäischen Antwort betont europarl.europa.eu.

Zusammengefasst verdeutlichen die Diskussionen die Notwendigkeit eines einheitlichen, europäischen Ansatzes, um den Herausforderungen durch Russland gerecht zu werden. Historische Erfahrungen, gegenwärtige Bedrohungen und das Streben nach einer stabilen Zukunft in Europa stehen im Mittelpunkt dieser wichtigen Initiative, die in Leipzig ihren Anfang nahm.