In der Leipziger Galerie KK5 wird ab dem 12. März 2026 die Ausstellung „Dezenter Widerstand“ eröffnet, die sich mit den Arbeiten der Künstlerbrüder Axel und Peter Pfefferkorn auseinandersetzt. Diese Ausstellung hebt Werke aus den 1980er Jahren in der DDR hervor und bietet einen Rückblick auf die subtile, jedoch kritische Kunst, die in einer Zeit staatlicher Zensur entstand. Die Ausstellung wird bis zum 12. Juni 2026 zu sehen sein und befindet sich in der Käthe-Kollwitz-Straße 50, nur wenige Gehminuten von der Haltestelle Thomasiusstraße entfernt. Weitere Informationen sind auf der Website der Galerie verfügbar Leipziginfo.
Beide Künstler, Axel und Peter Pfefferkorn, schufen während ihrer Karriere Werke, die einen tiefen Einblick in die gesellschaftlichen Strömungen ihrer Zeit geben. Während Axel Pfefferkorn mit Bühnenmodellen subtile Systemkommentare erarbeitete, konzentrierte sich Peter Pfefferkorn auf präzise Holzstiche, die gesellschaftskritische Themen verarbeiteten. Die Ausstellung wird weiterhin durch zeitgenössische Zeichnungen ergänzt, die aktuelle politische Themen aufgreifen und einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellen.
Über Peter Pfefferkorn
Peter Pfefferkorn wurde am 21. Mai 1940 in Zwickau geboren. Seine Eltern, Joachim und Ruth Pfefferkorn, prägten sein frühes Leben, auch wenn sein Vater als Soldat im Zweiten Weltkrieg fiel. Nach der Enteignung der Familienweberei im Jahr 1972 war Peter Pfefferkorn gezwungen, sich in einem politisch schwierigen Umfeld zurechtzufinden. Seinen ersten künstlerischen Werdegang begann er 1958 mit einer Lehre als Gebrauchswerber in Leipzig und setzte sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst fort Wikipedia.
Seine Diplome erwarb er in verschiedenen Techniken, die er für seine Holzstiche nutzte, wobei er von prominenten Künstlern wie Werner Tübke unterrichtet wurde. Ab 1973 war er als Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR aktiv und nahm an zahlreichen Ausstellungen innerhalb und außerhalb Deutschlands teil. Erst in den 2000er Jahren wandte er sich stärker der Malerei zu, was seine künstlerische Ausdrucksweise erneuerte.
Kunst im Kontext der DDR
Die Kunstszene in der DDR war stets von einem Spannungsfeld zwischen staatlicher Kontrolle und individueller Kreativität geprägt. Ab 1945 wurde die Kunstpolitik maßgeblich von KPD-Funktionären beeinflusst, die den ideologischen Rahmen für Künstler setzten. Während die „offizielle“ Kunst oft als repräsentativ für den Sozialismus galt, fanden viele Künstler Wege, ihre Widerstände subtil auszudrücken bpb.de.
Unter dem Druck der politischen Gegebenheiten entwickelten einige Künstler, darunter auch die Pfefferkorns, einen „dezenten Widerstand“ in ihren Arbeiten. Diese Kunstform, oft übersehen oder missinterpretiert, bietet bis heute wertvolle Perspektiven auf die Lebensrealitäten in der DDR und die Widerstandskraft der Kunst selbst.