In einem bedeutenden Schritt zur Harmonisierung der Tarifverträge im Kfz-Handwerk haben die IG Metall und die Arbeitgeberverbände in den ostdeutschen Bundesländern eine Einigung erzielt. Diese soll ab August 2026 zu steigenden Ausbildungsvergütungen für angehende Fachkräfte führen. Die Vergütungen im ersten Ausbildungsjahr steigen auf 1.088 Euro, während die Azubis im vierten Jahr mit 1.244 Euro rechnen können, was einen Anstieg von bis zu 184 Euro monatlich bedeutet. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie zur Fachkräftesicherung in einem Sektor, der angesichts von Digitalisierung, neuen Mobilitätskonzepten und dem Übergang zu alternativen Antriebsformen vor großen Herausforderungen steht, wie IG Metall Leipzig berichtet.
Mit dem Ziel, die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Kfz-Handwerks zu steigern, haben die Tarifpartner ein strukturiertes Verfahren, die sogenannten „Erfurter Gespräche“, ins Leben gerufen. Dies wird durch die Vereinheitlichung der unterschiedlichen Tarifregelungen in den Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ergänzt. Zudem wird der Fokus auf die Modernisierung der Manteltarifregelungen gelegt, einschließlich Urlaub und Weihnachtsgeld, bevor im nächsten Schritt die Entgelttarife in Angriff genommen werden.
Strategische Vereinbarung zur Fachkräftesicherung
Um die Herausforderungen der Mobilitätswende zu bewältigen, unterzeichneten die IG Metall und der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) eine strategische Vereinbarung zur Fachkräftesicherung im Kfz-Handwerk. Diese wurde von Ralf Kutzner (IG Metall) und Arne Joswig (ZDK) in einem Kfz-Betrieb in Elmshorn besiegelt. Die Vereinbarung sieht vor, Fachkräfte zu gewinnen, zu qualifizieren und langfristig zu halten. Insgesamt zählt das deutsche Kfz-Gewerbe mittlerweile 37.000 Betriebe und etwa 435.000 Beschäftigte, was die Relevanz dieser Strategie unterstreicht, wie in auto.news betont wird.
Angesichts der neuen Aufgaben, die sich aus den Veränderungen im Mobilitätssektor ergeben, sind Unternehmen gefordert, sich an neue Vertriebsmodelle, Infrastruktur für Elektrofahrzeuge und andere Mobilitätsdienstleistungen anzupassen. Die IG Metall und der ZDK fordern eine stärkere Anerkennung beruflicher Bildung seitens der Politik sowie den Ausbau von Förderprogrammen, beispielsweise für das Aufstiegs-BAföG und die Meisterausbildung.
Aufgabe für die Zukunft
Ebenfalls hervorzuheben ist die Dringlichkeit, die personellen und technischen Kapazitäten der Schulen für berufliche Bildung zu entlasten. Der Bedarf an Modernisierung und Sanierung ist hoch, um den Anforderungen der Branche gerecht zu werden. Zudem sind unterkünfte für Auszubildende in Städten sowie verbesserte Nahverkehrsanbindungen auf dem Land essentielle Schritte zur Unterstützung der Fachkräfte von morgen.
Um die Fachkräftelücke effektiv zu schließen, setzen IG Metall und ZDK auf gezielte Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote. Ralf Kutzner unterstreicht die Notwendigkeit guter Arbeitsbedingungen, während auch Arne Joswig die Bedeutung von Qualifizierung in der Transformation des Verkehrssektors betont. Die Herausforderungen in der Branche erfordern eine hohe Anpassungsfähigkeit und innovative Lösungen, um die Zukunft des Kfz-Handwerks nachhaltig zu sichern, wie kfzgewerbe.de aufzeigt.