Im Jahr 2025 verzeichnete Sachsen einen Anstieg der Stauzeiten um 12 % im Vergleich zum Vorjahr, wie die Jahresstaubilanz des ADAC zeigt. Laut den Daten gab es insgesamt 15.904 Staumeldungen, die sich auf eine Gesamtlänge von 22.866 Kilometern summierten. Trotz eines Rückgangs von über 2.000 gemeldeten Staus stieg die Stau-Länge um etwa 1.500 Kilometer.

Besonders auffällig sind die Wartezeiten auf der A4, die mit 7.790 Stunden die längsten im Bundesland aufwies. Dies stellt einen Anstieg von fast 1.000 Stunden im Vergleich zu 2024 dar. Die am stärksten betroffenen Streckenabschnitte auf dieser Autobahn lagen zwischen Pulsnitz und Siebenlehn sowie zwischen Bautzen Ost und Görlitz. Zudem ereignete sich am 17. April der längste Stau des Jahres, der durch zehn verschiedene Ursachen ausgelöst wurde und eine Länge von 40 Kilometern erreichte. Dieses Ereignis hatte bundesweit den fünften Platz unter den Stauereignissen inne.

Stausituation im Vergleich zu anderen Bundesländern

Im bundesweiten Vergleich belegt Sachsen Platz 10 der meisten Staustunden und ist für rund 3 % der deutschen Autobahnstaus verantwortlich. Während die A72 und A13 ebenfalls einen Anstieg an Staumeldungen verzeichneten, konnten die A14 zwischen Leipzig und Dresden sowie die A17 ihre Stauwerte verbessern. Auch die A9, A13 und A38 zeigten eine positive Tendenz in Bezug auf die Stausituation.

Bis zum Jahresende 2025 war der 31. Dezember der staureichste Tag, an dem 99 Staus mit einer Gesamtlänge von 512 Kilometern registriert wurden. Zum Vergleich war der 16. Januar im Vorjahr der Tag mit den meisten Staustunden. Die Gesamttendenz zeigt, dass der Pkw-Verkehr minimal anstieg, während der Lkw-Verkehr einen leichten Rückgang berichtete.

Bundesweite Stauentwicklung und Ursachen

Die gesamte Bundesstaubilanz für 2025 zeigt, dass rund 496.000 Staus und 478.000 Staustunden registriert wurden. Diese Zahlen sind zwar geringer als im Jahr 2024, doch die Staureichweite ist längere geworden, mit einer Gesamtstaulänge von 866.000 Kilometern. Hauptursache für die Staus bleiben Baustellen, die konstant zwischen 650 und 1.300 bundesweit vorhanden sind. Auf Autobahnen wie der A7, A9 und A4 traten ebenfalls längere Verzögerungen auf.

Ein markanter Unterschied in der Erfassung der Stauzahlen wird vom ADAC und anderen Medien hervorgehoben. Während der ADAC Staustunden über Eingangs- und Löschzeiten definiert, erkennt der WDR die höchsten Staukilometer eines Tages als Spitzenwert an. Diese Methodik führt zu unterschiedlichen Darstellungen der Stausituation, insbesondere während der Wochenmitte und am Montagmorgen, wenn der Verkehr weniger belebt ist.

Der ADAC prognostiziert für 2026 einen leichten Anstieg des Verkehrsaufkommens, was zu weiteren Staus führen könnte. Um diesen zu vermeiden, empfiehlt der ADAC, günstige Reisetage wie Samstag und Sonntag zu nutzen sowie die Baustellen bei der Routenwahl zu berücksichtigen.

Für die Nutzer bietet der ADAC umfassende Informationen zur aktuellen Verkehrslage und Stauen mittels ihres „Floating Car Data“-Systems, das auf 278 Milliarden Datensätzen basiert.