In einer gemeinsamen Initiative haben die Energieminister und -ministerinnen aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Hamburg und Bremen eine Forderung an die Bundesregierung gerichtet, um mehr Ausschreibungen für Windkraft voranzutreiben. Wie Baden-Württemberg berichtet, hat das Land im Jahr 2025 die meisten Genehmigungen für neue Windkraftanlagen beantragt. Aktuell befinden sich 1371 Anlagen im Genehmigungsverfahren, wobei Genehmigungen im Durchschnitt ein Jahr in Anspruch nehmen.
Die Ministerin Thekla Walker unterstreicht die Dringlichkeit einer Investitionssicherheit durch die EEG-Mindestvergütung. Um die Entwicklung der Windenergie in Deutschland zu unterstützen, soll die Bundesnetzagentur die Zahl und das Volumen der Ausschreibungen erhöhen. Rechtlich ist eine Steigerung um bis zu 30 Prozent möglich. Dies sei nötig, um die Netzkosten für den Stromtransport von Nord nach Süd zu senken und um sicherzustellen, dass neue Anlagen dort gebaut werden, wo sie den größten Energieertrag liefern.
Notwendiger Ausbau der Windkraft
Walker appelliert an die Bundesregierung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu überdenken. Insbesondere kritisiert sie das kürzlich veröffentlichte Netzpaket des Bundeswirtschaftsministeriums, das Beschränkungen beim Ausbau der Erneuerbaren vorsieht. Die Ministerin fordert zudem den Erhalt des Referenzertragsmodells im EEG, um die Standortnachteile im Süden Deutschlands auszugleichen. Die Bundesregierung hat für 2025 eine Überprüfung des Südbonus angekündigt, bisher jedoch keine weiteren Maßnahmen ergriffen.
Zur Erreichung der Klimaziele ist ein zügiger Ausbau der Windenergieleistung unabdingbar. Daten des Umweltbundesamtes zeigen, dass der Anteil der erneuerbaren Energien im deutschen Stromsektor 2024 bei 54,1 Prozent lag. Obwohl die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um 10 Mrd. kWh gestiegen ist, muss der Ausbau der Windenergie angesichts der Tatsache, dass die Windenergieanlagen mehr Strom erzeugten als alle Braun- und Steinkohlekraftwerke zusammen, beschleunigt werden. Im Jahr 2024 wurden 138,9 Mrd. kWh durch Windkraft erzeugt, was einem leichten Rückgang im Vergleich zu 2023 entspricht.
Genehmigungsverfahren und Ausschreibungen 2026
Die Windkraft hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, doch gleichzeitig nimmt die Anzahl genehmigter, jedoch noch nicht gebauter Windenergieanlagen zu. Die Regionalverbände haben Windvorranggebiete festgelegt, um den Genehmigungsprozess und den Bau von Windrädern zu beschleunigen. Ab 2026 plant die Bundesnetzagentur, das Ausschreibungsvolumen für Wind an Land zu erhöhen, um den Überhang an Projekten abzubauen.
Für das Jahr 2026 sind bei den Ausschreibungen verschiedene Technologien eingeplant. Für Wind an Land sind Gebotstermine am 1. Februar, 1. Mai, 1. August und 1. November vorgesehen, wobei das Ausschreibungsvolumen nun bei 3.445.464 kW liegt, was eine Anpassung gegenüber dem ursprünglichen Umfang darstellt. Die Ausschreibungen unterliegen allerdings den Rahmenbedingungen gesetzlicher Änderungen.
Fazit: Der Ausbau der Windkraft in Deutschland ist entscheidend, um die Energiewende zu beschleunigen und die Klimaziele zu erreichen. Die Initiativen der Energieminister sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die nötigen Investitionen in erneuerbare Energien zu fördern.