Die Modewelt steht vor einem Wechsel: Thekla Tamke, die Buying Director für Womenswear bei Peek & Cloppenburg, verlässt das Unternehmen Ende März 2026 auf eigenen Wunsch. Der Abschied kam auf Anfrage von FashionUnited, das die Information am Mittwoch bestätigte. Tamke, die seit Juli 2022 in dieser Position tätig war, hat zuvor 15 Jahre bei Hugo Boss gearbeitet, wo sie unter anderem im Global Brand Product Management für Boss Womenswear einen bedeutenden Einfluss hatte. Ihre Aufgaben bei Peek & Cloppenburg umfassten die Verantwortung für die Einkaufsstrategie und die Engagement-Strategie für die weibliche Zielgruppe.
Während ihrer Zeit bei Peek & Cloppenburg stellte Tamke sicher, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Vertrieb, Marketing und Einkauf gewährleistet ist. Ihr Vorgesetzter, Jason Morgan, trat bereits zu Beginn des Jahres zurück, was für eine Umstrukturierung der Einkaufsleitung sorgte. Ab sofort berichten die Einkaufsleiter:innen direkt an die jeweiligen Managing Directors Finance – Marc Busscher für P&C Deutschland und Martina Dutzler für P&C Österreich und CEE.
Maßnahmen und Trends in der Modebranche
Im Kontext ihrer Arbeit bei Peek & Cloppenburg führte Tamke auch zahlreiche Initiativen ein, um die Mode für Frauen ansprechend und zielgerichtet zu gestalten. Dabei betonte sie, dass die Looks sowohl stilistisch als auch funktional einen echten Mehrwert bieten müssen. Besonders interessiert zeigte sich Tamke an den aktuellen Trends in der Branche, die zu markanten Einzelteilen neigen. Zum Saisonstart Herbst 2025 konnte sie sehr positive Ergebnisse verzeichnen, was die Relevanz der gewählten Strategien unterstreicht.
Die Modebranche hat sich seit den starken Rückschlägen während der Corona-Pandemie langsam erholt. 2024 wurden rund 77,7 Milliarden Euro in der Modeindustrie umgesetzt, wobei die Damenmode mit fast 38 Milliarden Euro deutlich gewinnbringender war als die Herrenmode. Hosen bleiben dabei die umsatzstärkste Warengruppe in beiden Bereichen. Führende Textilhändler wie C&A, H&M und KiK spielen eine zentrale Rolle im deutschen Modemarkt. Informationen von Statista zeigen, dass der Anteil modeaffiner deutscher Konsumenten in den letzten Jahren auf 12% gesunken ist, was auf eine Veränderung im Kaufverhalten hinweist.
Veränderungen im Konsumverhalten
Die jüngeren Generationen richten sich verstärkt nach Modetrends, die insbesondere über soziale Medien kommuniziert werden. Gleichzeitig steigt das Interesse an nachhaltiger Mode und Secondhand-Kleidung; im Jahr 2024 wurden bereits rund 16 Millionen Textilien mit Fairtrade-Siegel verkauft. Der Anteil von Secondhand-Kleidung am Bekleidungsmarkt in Deutschland betrug 2024 über 9% und zeigt eine steigende Tendenz.
Trotz dieser positiven Entwicklungen berichtet die Branche von einem Rückgang in der Ausgabebereitschaft der Konsumenten. Ein Drittel der Deutschen kaufte im vergangenen Jahr weniger Kleidung als zuvor, was insbesondere bei älteren Konsumenten zu beobachten ist. Währenddessen haben etwa 12% der Generation Z im Vergleich zum Vorjahr mehr Kleidungsstücke erworben.
Thekla Tamkes bevorstehender Abgang markiert einen bedeutenden Wandel für Peek & Cloppenburg, während sich die Modebranche gleichzeitig in einem kontinuierlichen Wandel befindet. Die Perspektiven bleiben jedoch vielversprechend, insbesondere mit Blick auf innovative Trends und ein wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Mode.





