Am 8. März 2026 haben die Übertragungs- und Fernleitungsnetzbetreiber in Deutschland die zweite gemeinsame Marktabfrage zur künftigen Nachfrage von Strom und Wasserstoff gestartet. Dies wurde auf dem Beteiligungsportal Baden-Württemberg bekannt gegeben. Ziel dieser Abfrage ist es, verlässliche Daten über den zukünftigen Bedarf an Strom und Wasserstoff zu erheben, um eine effiziente Energieinfrastruktur zu gewährleisten und die Energiewende voranzutreiben.
Mit dieser zweiten Abfrage wird eine hohe Beteiligung von Marktteilnehmern, Unternehmen sowie Stadtwerken und Verteilnetzbetreibern in Baden-Württemberg angestrebt. Die Abfrage läuft bis zum 13. März 2026 und richtet sich vor allem an Projektierer und Betreiber großer Power-to-Gas-Anlagen, Wasserstoffkraftwerke sowie Großverbraucher im Strom- und Wasserstoffsektor. Die Notwendigkeit dieser Schritte wird durch die Unsicherheiten auf den globalen Energiemärkten verstärkt.
Notwendigkeit der Netzentwicklung
Die Netzbetreiber stehen vor der Herausforderung, bedarfsgerechte Netzentwicklungspläne für Strom, Gas und Wasserstoff zu erstellen. Diese Pläne müssen regelmäßige Anpassungen an die Infrastrukturbedarfe ermöglichen. Die Rahmenbedingungen und Szenarien für die künftige Netzentwicklung wurden zuletzt durch die Bundesnetzagentur genehmigt, die am 30. April 2025 den Szenariorahmen für den Netzentwicklungsplan Strom 2025-2037/2045 genehmigt hat, wie die Bundesnetzagentur mitteilte.
Der Szenariorahmen zeigt, dass die Übertragungsnetzbetreiber drei verschiedene Szenarien für die Jahre 2037 und 2045 entwickeln müssen. Diese Szenarien berücksichtigen die klima- und energiepolitischen Ziele der Bundesregierung und verdeutlichen den künftigen Ausbau des Übertragungsnetzes und die damit verbundenen Anforderungen.
Legislative Entwicklungen im Wasserstoffbereich
Parallel zur Marktabfrage wurde im Bundestag das Zweite Gesetz zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) beschlossen. Dieses Gesetz schafft den rechtlichen Rahmen für die Entwicklung eines Wasserstoff-Kernnetzes und eine integrierte Netzentwicklungsplanung für Erdgas- und Wasserstoff-Transportnetze. Bundesminister Robert Habeck betonte die zentrale Rolle von Wasserstoff für die Dekarbonisierung und die Energiewende in Deutschland, wie im Presseportal des Bundeswirtschaftsministeriums zu lesen ist.
Der Hochlauf des Wasserstoff-Kernnetzes erfolgt in zwei Stufen. Die erste Stufe umfasst die Verbindung wesentlicher Wasserstoffstandorte, während die zweite Stufe eine fortlaufende integrierte Netzentwicklungsplanung vorsehen wird. Die Inbetriebnahme der Leitungen ist zwischen 2025 und 2032 geplant, während der erste Netzentwicklungsplan für Gas und Wasserstoff voraussichtlich 2026 genehmigt werden soll.
Insgesamt stehen die Akteure der Energiewende in Deutschland vor einer bedeutenden Herausforderung, die nicht nur technologische Innovationen, sondern auch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Marktteilnehmern erfordert, um die gesteckten Ziele zu erreichen.