In einer bemerkenswerten Entwicklung hat das Umweltministerium die Erlaubnis für den Abschuss eines Wolfes von der Hornisgrinde erteilt. Dieser Schritt wurde notwendig, da der Wolf sich wiederholt den Menschen genähert hat. Profijäger sind seit mehreren Tagen auf der Spur des Tieres, das als potenzielles Risiko für die Anwohner gilt, berichtet meinka.de.

Die Debatte um den Abschuss wird durch eine Klage von Umweltschützern und der Naturschutzinitiative (NI) kompliziert, die gegen diese Entscheidung vorgehen. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hatte ursprünglich den Abschuss genehmigt, nachdem das Umweltministerium mitgeteilt hatte, dass sämtliche Versuche zur Vergrämung des Wolfes gescheitert seien. Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) erklärte, dass die Strategie, den Wolf durch negative Konditionierung, etwa durch Gummikugeln oder Leuchtraketen, von Menschen fernzuhalten, nicht erfolgreich war. Zwei Jahre lang wurden vergebliche Fangversuche unternommen, und sogar ein Versuch, den Wolf zu betäuben, war nicht von Erfolg gekrönt, berichtet tagesschau.de.

Abschuss und Nachverfolgung

Der Abschuss des Wolfes muss bis spätestens 10. März 2026 erfolgen. Sollte das Tier erlegt werden, ist eine Weiterverarbeitung des Kadavers vorgesehen. Nach Informationen von meinka.de wird der Kadaver an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt BW (FVA) übergeben, wo auch genetische Abstriche an das Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik geschickt werden. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, dass im Falle einer fehlerhaften Jagd und damit der Tötung des falschen Tieres, die Jäger erneut zur Jagd aufgerufen werden können.

Der Kadaver wird nicht verbrannt, sondern für Forschungs- und Dokumentationszwecke an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung transportiert. Joseph Kälberer, ein erfahrener Präparator, äußert Bedauern darüber, dass der Wolf nicht für eine Ausstellung verwendet wird, da er aufgrund seiner Besonderheit als wertvoll angesehen wird. Die Identität der Mitglieder des Entnahme-Teams bleibt geheim, um deren Sicherheit zu garantieren.

Herausforderungen im Wolfsmanagement

Die Situation spiegelt eine größere Herausforderung im Wolfsmanagement in Deutschland wider. Diese ist geprägt von der Rückkehr der Wölfe und dem notwendigen Schutz derartiger Arten, die sowohl national als auch international streng geschützt sind. Ein Teil des Wolfsmanagements besteht darin, Konflikte zwischen Mensch und Tier zu minimieren, was durch verschiedene Programme zur Öffentlichkeitsarbeit unterstützt wird. Diese sollen Vorurteile abbauen und Sorgen der Bevölkerung thematisieren, wie auf dbb-wolf.de beschrieben.

Das Management sieht auch vor, dass Nutztiere vor möglichen Übergriffen durch Wölfe geschützt werden, was in Gebieten mit sesshaften Wolfspopulationen, wie im Südwesten Deutschlands, von besonderer Bedeutung ist. Aktuell leben dort vier sesshafte Wölfe, und es wird kein effektives Programm zur Vergrämung durchgeführt, wie die Naturschutzinitiative kritisiert. Diese Umstände werfen Fragen auf über den Umgang mit der Wolfspopulation und deren langfristige Erhaltung in der Region.