Das Karmelitinnenkloster in Welden, das einzige seiner Art im Bistum Augsburg, schließt seine Pforten. Am 23. März 2026 werden acht Ordensschwestern in das Kloster Himmelspforten der Unbeschuhten Karmelitinnen nach Würzburg umziehen. Dies bedeutet das Ende einer über 90-jährigen Geschichte, die am 26. Mai 1931 begann. Laut Augsburger-Allgemeine äußert die Oberin Stephanie, die seit 1998 die Gemeinschaft leitet, Wehmut über den Abschied von einem Ort, an dem sich die Schwestern geborgen und akzeptiert gefühlt haben.
Aktuell leben noch neun Ordensfrauen im Kloster Welden, darunter eine Schwester aus Ecuador. Der Grund für die Schließung ist insbesondere der Nachwuchsmangel und der hohe Altersdurchschnitt der Schwestern, die laut der Administratorin Stephanie Wilscher größtenteils über 80 Jahre alt sind. Die Verantwortung für das Haus und den Garten könne nicht mehr bewältigt werden, was die Entscheidung zur Schließung zwingend machte. Domradio berichtet, dass die Ordensgemeinschaft in Würzburg ein neues Versuchsmodell erproben wird, in dem elf jüngere Schwestern leben werden.
Ein neues Leben im Kloster Himmelspforten
In Würzburg wird ein seniorengerechter Bereich für die neu ankommenden Schwestern umgebaut. Die Würzburger Karmelitinnen werden jedoch nicht für die Betreuung der älteren Ordensfrauen verantwortlich sein. Die Administratorin Wilscher betont, dass die jüngeren Schwestern keine Angst haben sollen und die Verantwortung für sich selbst übernehmen können. Die Gemeinschaft aus Welden soll anfangs aus bürokratischen Gründen und innergemeinschaftlicher Tradition eigenständig bleiben, ein langfristiges Zusammenwachsen ist aber nicht ausgeschlossen.
Die Weldener Karmelitinnen sind Teil des Ordens der Teresianischen Karmeliten, der im 13. Jahrhundert auf dem Berg Karmel in Israel entstand. Diese Reformbewegung wurde im 16. Jahrhundert von Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz maßgeblich geprägt. Der Begriff „unbeschuhte“ Karmelitinnen steht für ihre Bereitschaft, Entbehrungen für das klösterliche Leben zu akzeptieren. In Deutschland gehören rund 250 Schwestern in 19 Klöstern zu diesem Orden, wobei die Hauptaufgabe der kontemplativen Gemeinschaften vor allem im absichtslosen Dasein vor Gott liegt, ohne pastorale oder karitative Aufgaben nach außen zu erfüllen.
Ein Blick auf die Karmelitinengeschichte
Das Karmelitinnenkloster in Welden ist nicht das einzige Kloster, das im Laufe der Zeit seine Pforten schließen musste. In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Karmelitenklöstern, die sowohl noch aktiv sind als auch bereits aufgelöst wurden. Eine umfassende Liste der bestehenden und ehemaligen Klöster, including Wikipedia, dokumentiert die reichhaltige Geschichte dieser Ordenstradition.