Die Linkspartei in Baden-Württemberg steht vor der Landtagswahl am 8. März, dem Internationalen Frauentag. Mit rund 123.000 Mitgliedern hat die Partei ihren Mitgliederbestand im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Dies ist ein Zeichen für den anhaltenden Zulauf aus unterschiedlichen politischen Spektren, darunter Mitglieder von den Grünen, der SPD und linksautonomen Gruppen. Bei den aktuellen Umfragen zeichnet sich ein stabiler Wert von sieben Prozent für die Linke ab, was Hoffnung auf einen Einzug in den Landtag weckt. taz.de berichtet, dass die Linke plant, mit einem „Spitzentrio“ aus drei Frauen unter 30 Jahren anzutreten, angeführt von Parteigrößen wie Heidi Reichinnek, Jan van Aken und Ines Schwerdtner.
Die Linke hat sich in ihrem Wahlkampf klare Themen gesetzt. Ein zentraler Punkt ist die soziale Gerechtigkeit, insbesondere im Hinblick auf den Stellenabbau in der Automobilbranche und die hohen Mieten in Städten wie Stuttgart, Heidelberg und Freiburg. Die Forderungen umfassen unter anderem die Begrenzung der Mandatszeiten auf zwei Legislaturperioden und die Deckelung der Diäten.
Herausforderungen und historische Perspektive
Historisch gesehen hatte die Linke in Baden-Württemberg in der Vergangenheit Schwierigkeiten, sich im Landtag zu etablieren. Seit 2011 tritt die Partei zwar regelmäßig zu Landtagswahlen an, konnte jedoch nie einen Sitz gewinnen. Bei der Landtagswahl 2021 erhielt sie lediglich 3,6 Prozent und scheiterte damit an der Fünfprozenthürde. Ein Grund für die bislang fehlende Vertretung könnte die strukturelle Prägung des Bundeslandes sein, das von einer starken Wirtschaft und konservativen Traditionen geprägt ist, sowie die geringe gewerkschaftliche Verankerung der Partei. Dennoch zeigt sich, dass die Linke in den urbanen Regionen, besonders in Universitätsstädten, positivere Wählerpotenziale hat. Während der Bundestagswahl 2025 erreichte die Partei in Städten wie Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg zweistellige Zweitstimmenergebnisse. landtagswahl-bw.de hebt hervor, dass in großen Städten die Themen bezahlbarer Wohnraum und soziale Teilhabe auf mehr Zustimmung stoßen.
Die politische Landschaft in Baden-Württemberg gestaltet sich für die Linke jedoch schwierig. Trotz des stabilen Umfragewertes bleibt die Partei ohne Anspruch auf Regierungsbeteiligung. Dies könnte jedoch die Möglichkeit bieten, die politische Agenda mitzugestalten und die Grünen zu einem sozialeren Profil zu drängen. So wird die Grüne Umweltministerin Thekla Walker nach einem Skandal um ein Treibhausgasleck als eine der zentralen Figuren im Wahlkampf gesehen.
Ziele und Forderungen für die Zukunft
Für die Landtagswahl 2026 hat die Linkspartei eine Reihe ambitionierter Forderungen aufgestellt. Diese beinhalten unter anderem eine stärkere Tarifbindung und mehr Mitbestimmung für die arbeitende Bevölkerung, die Einführung eines landesspezifischen Mindestlohns sowie die Abschaffung der Schuldenbremse in der Landesverfassung. Auch die Unterstützung von Gewerkschaften für kürzere Arbeitszeiten gehört zum Programm. bpb.de folgert, dass die Schaffung von jährlich 20.000 Sozialwohnungen und eine gerechte Wohnraumpolitik ebenfalls zu den Kernanliegen der Partei gehören.
Die Linkspartei in Baden-Württemberg plant einen stärkeren Fokus auf Bildungsgerechtigkeit, indem sie „Bildung für alle“ fördern möchte, unabhängig von sozialer Herkunft, Geschlecht oder Behinderung. Zudem möchten die Sozialisten laut ihren Forderungen die direkte Bürgerbeteiligung ausbauen und fordern ein landesweites Paritätsgesetz für einen höheren Frauenanteil im Landtag, sowie ein uneingeschränktes Wahlrecht für alle über 16 Jahre, die seit mindestens fünf Jahren in Baden-Württemberg leben.
Insgesamt zeigt die Linkspartei in Baden-Württemberg, dass sie engagiert auf die Landtagswahl hinarbeitet und dabei versucht, ihre Themen und Forderungen in den Vordergrund zu rücken, um im politischen Wettbewerb die notwendige Unterstützung zu mobilisieren.