Leipzig steht vor einer finanziellen Herausforderung, die durch steigende Sozialausgaben bedingt ist. Diese Situation sorgt nicht nur in Leipzig, sondern auch in Dresden für erhebliche Belastungen. Laut Leipziger Internet Zeitung hat der Stadtrat jedoch beschlossen, die finanziellen Zuweisungen für die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) im Jahr 2026 nicht zu kürzen.
Dies geschah während einer Sitzung am 28. Januar, in der das Hauptthema die Finanzierung der LVB war. Der Stadtrat genehmigte einen Ausgleichsbetrag von 96,5 Millionen Euro, was im Vergleich zu 2025 einen Rückgang um eine Million Euro darstellt. Um die LVB finanziell abzusichern, wird die Stadt über die Holding LVV sicherstellen, dass keine Verluste entstehen und das Angebot aufrechterhalten bleibt.
Verkehrsleistungsfinanzierungsvertrag
Der Verkehrsleistungsfinanzierungsvertrag (VLFV), der am 9. November 1999 zwischen der Stadt Leipzig, der LVV und der LVB abgeschlossen wurde, spielt eine zentrale Rolle in dieser Finanzierung. Er regelt die Quersubventionierung der Defizite der LVB aus den Gewinnen anderer städtischer Unternehmen. Dies bedeutet, die Stadt Leipzig springt nur ein, wenn die Mittel der Holding nicht ausreichen. Änderungen innerhalb dieses Vertrags wurden zudem 2002 und 2004 vorgenommen, um die Obergrenzen für Zuschüsse festzulegen.
Durch die aktuelle finanziellen Situation und die Notwendigkeit, die LVB weiterhin durch die Stadtwerke und Wasserwerke zu unterstützen, zeigt sich im Stadtrat ein breiter Konsens zur ausreichenden Finanzierung des ÖPNV-Systems. Dies ist besonders im Hinblick auf die Trends der Mobilitätswende, die seit der Veröffentlichung der „Mobilitätsstrategie 2030“ im September 2018 an Bedeutung gewonnen hat.
Öffentlicher Nahverkehr und Zukunftsausblick
Eine andere Dimension der Herausforderungen für den öffentlichen Nahverkehr bietet das Gutachten des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen über die Zukunft des ÖPNV bis 2040, welches durch VDV bereitgestellt wurde. Es hebt hervor, dass eine umfassende Modernisierung des bestehenden ÖPNV-Angebots und eine Verbesserung der Infrastruktur dringend notwendig sind. Laut den Szenarien des Gutachtens sind für die finanziellen Mittel bis 2040 erhebliche Investitionen erforderlich.
Der Druck auf die Anbieter wächst, nicht nur durch die Notwendigkeit, die Umwelt zu schützen, sondern auch durch gestiegene Anforderungen an das ÖPNV-Angebot und die wirtschaftliche Lage vieler Verkehrsunternehmen. Die gestiegenen Kosten für Betrieb, Personal und Material sowie unzureichende Fahrgeldeinnahmen stellen zusätzliche Herausforderungen dar.
Ver.di hat bereits die Fahrer der LVB zum Streik aufgerufen, um höhere Löhne zu fordern, was die Notwendigkeit einer stabilen Finanzierung noch verstärkt. In diesem Kontext wird erwartet, dass das Fahrgastaufkommen der LVB durch das Deutschlandticket positiv weiter wächst und die zentrale Rolle der LVB im Rahmen der Mobilitätswende in Leipzig somit zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die anhaltenden Bemühungen um ein nachhaltiges und verlässliches Mobilitätskonzept spielen eine große Rolle für die Stadtentwicklung und die Lebensqualität der Bürger in Leipzig.