Demo-Tag in Connewitz: Spannungen und Drohungen besorgen Politikerin!
Am 18.01.2026 fanden am Connewitzer Kreuz in Leipzig diverse Gruppierungen friedliche Versammlungen und Demos statt.

Demo-Tag in Connewitz: Spannungen und Drohungen besorgen Politikerin!
Am heutigen 18. Januar 2026 fand am Connewitzer Kreuz in Leipzig eine Versammlung verschiedener Gruppierungen statt. Die Beamten hatten einen sogenannten „Absperrungswald“ errichtet, der bis in die Nebenstraßen reichte, um die unterschiedlichen Demonstranten zu separieren. Während der Versammlung kam es zu einem Wettbewerb um die Musiklautstärke zwischen den teilnehmenden Gruppen, jedoch war die Situation bisher friedlich. Dennoch äußerte die Linken-Politikerin Juliane Nagel besorgte Stimmen vor dem bevorstehenden Demo-Tag und berichtete von einer angespannten Stimmung in sozialen Netzwerken. Diese wachsende Unruhe sei insbesondere durch die pro-palästinensische Demonstration motiviert, die von Lügen und Unterstellungen, auch gegen Nagel selbst, begleitet wird.
Nagel sieht sich dabei heftigen Vorwürfen ausgesetzt, die sie als „Entgrenzung“ der in sozialen Netzwerken aktiven Menschen beschreibt, die sich selbst als links bezeichnen. Besonders alarmierend sind die antisemitischen Drohungen, die geäußert wurden, darunter die Aussage, jüdische Menschen „durchs Viertel jagen“ zu wollen. Diese Entwicklung warnt vor einem besorgniserregenden Trend, der sich dort abzeichnet und auch andere Städte Deutschlands betrifft.
Antisemitismus bei Demonstrationen
Die Situation in Leipzig ist nicht isoliert. In Berlin finden regelmäßig ähnliche propalästinensische und teils antisemitische Demonstrationen statt. Laut Tagesschau äußert die Menschenrechtlerin und Imamin Seyran Ateş Besorgnis über das zunehmende antisemitische Klima. Berlins Innensenatorin Iris Spranger warnt vor einer weiteren Radikalisierung und betont die Notwendigkeit, Maßnahmen gegen diese Entwicklungen zu ergreifen. Polizeimeldungen berichten von immer häufigeren antisemitischen Vorfällen auf Demonstrationen, in Hochschulen und auf der Straße.
Einer aktuellen Polizeibilanz zufolge, wurde ein propalästinensischer Marsch mit dem Titel „Stoppt den Genozid in Gaza“ beobachtet, zu dem es zwei proisraelische Gegenveranstaltungen gab. Dabei wurden den Behörden zufolge verschiedene Straftaten begangen, hinter denen sich ein Kern von „Mehrfachtätern“ verbirgt, die regelmäßig bei diesen Demonstrationen auffallen. Die Polizei schätzt, dass sich im mittleren bis hohen zweistelligen Bereich gewaltbereite Personen unter den Teilnehmern befinden. Zudem ist die Beteiligung an den Demonstrationen insgesamt rückläufig, denn die Teilnehmerzahl überschreitet selten die Tausender-Marke.
Verbindung zwischen Subkulturen und Antisemitismus
Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Zusammensetzung der Teilnehmer, die sich aus verschiedenen Szenen rekrutieren – von linken und linksextremen Gruppen über Feministinnen bis hin zu Queer-Aktivisten und Islamisten. Ateş kritisiert insbesondere die Verbindung zwischen der LGBTQ-Community und den pro-palästinensischen Demonstrationen. Sie betont, dass die gelebte Gewalt und der Judenhass in bestimmten Subkulturen einen besorgniserregenden Ausdruck finden und fordert eine kritische Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Problemen.
Die derzeitige Entwicklungen zeigen, dass diese Problematik nicht nur in Leipzig, sondern bundesweit eine zunehmende Herausforderung darstellt. Sowohl die Kommunen als auch die beteiligten Gruppen stehen vor der Aufgabe, den Dialog zu suchen und radikalen Strömungen entschieden entgegenzutreten.