Am 29. Oktober 2025 stellt die Stadt Leipzig ihre Pläne für den Bau neuer Umspannwerke vor, um den steigenden Strombedarf in der Region zu decken. Der Bedarf ist groß, denn in Leipzig sind derzeit 17 Umspannwerke aktiv und mindestens sieben weitere werden benötigt, um die wachsende Nachfrage zu befriedigen. Bis 2034 sollen insgesamt vier neue Umspannwerke errichtet werden, darunter eines im Stadtteil Stötteritz, was jedoch auf Widerstand stößt. Kritiker befürchten negative Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere durch den Verlust von Grünflächen und das Versiegeln unversiegelter Flächen auf dem geplanten Standort des Umspannwerks auf dem Sportplatz des Allgemeinen Turnvereins 1845 (ATV).
Wie MDR berichtet, hat der Leipziger Stadtrat am kommenden Mittwoch die Thematik auf der Agenda. Der Stadtbezirksrat Südost hat bereits einen Änderungsantrag eingebracht, da er sich unzureichend in die Planungen eingebunden fühlt. Dies wird durch eine Online-Petition mit dem Titel „Rettet das Stötteritzer Sportplatzgrün“ unterstützt, die bis zum 24. Oktober 2025 bereits über 1.600 Unterschriften gesammelt hat.
Pläne und Perspektiven der Stromversorgung
Die Stadtwerke in Leipzig plädieren für mehr Planungssicherheit und wünschen sich frühzeitige Dialogprozesse, um den Widerstand gegen Bauprojekte zu minimieren. Stadtwerke-Sprecher Frank Viereckl äußerte sich kritisch zu diesem Widerstand und betonte die Wichtigkeit des Ausbaus der Infrastruktur für eine nachhaltige Stromversorgung. Jan Schubert von der Netz GmbH erklärte zudem, dass die steigende Nachfrage an Umspannwerken eng mit der strategischen Planung der Stromversorgung zusammenhängt.
Der bevorstehende Bau neuer Umspannwerke ist Teil eines umfassenderen Trends in Deutschland, der von der Bundesregierung und dem Bundeswirtschaftsministerium vorangetrieben wird. Die Energiewende erfordert einen zügigen Ausbau erneuerbarer Energien, und eine stabilisierte Netzversorgung ist unerlässlich, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Diese Entwicklung zieht sich nicht nur durch Leipzig, sondern betrifft auch andere Städte, die unter dem Druck von Zuzügen und Gewerbeansiedlungen stehen.
Finanzielle und ökologische Aspekte
Die Kosten für Planung und Bau eines einzelnen Umspannwerks belaufen sich auf etwa 28 bis 30 Millionen Euro. Dabei ist zu beachten, dass der Standort auf dem ATV-Sportplatz Bäume aus einer Lindenallee entfernen würde, was von den Kritikern angemerkt wird. Die Bedenken bezüglich der Umwelt und des Verlusts von Grünflächen kommen in der öffentlichen Debatte immer wieder auf, da viele Bürger die negativen Auswirkungen des überwiegenden Umbaus der städtischen Natur fürchten.
Insgesamt hat Leipzig im Vergleich zu anderen Städten in Sachsen eine gute Stromversorgung, was jedoch nicht bedeutet, dass die Herausforderungen geringer werden. Der geplante Ausbau ist notwendig, um den steigenden Anforderungen an die Energieversorgung gerecht zu werden, wie es auch die Roadmap Systemstabilität der Bundesregierung beschreibt, die für die kommenden Jahre einen sicheren Netzbetrieb mit 100% erneuerbaren Energien als Ziel hat.
Die Diskussion um den Bau der Umspannwerke wird also weiterhin intensiv geführt, sowohl von Seiten der Stadtverwaltung als auch von den Bürgerinnen und Bürgern. In einer Zeit des Wandels in der Energieversorgung ist es entscheidend, die Balance zwischen notwendiger Infrastrukturentwicklung und dem Erhalt der Umwelt zu finden.