Der Gesprächskreis „Seehausen links“ hat für den Internationalen Frauentag am 8. März mehrere Aktionen geplant. Organisiert von Bernd Kloss und Tabea Kessel, beginnt die Reihe bereits am 6. März, wenn rote Nelken an Frauen in der Stadt verteilt werden. Der Höhepunkt der Veranstaltungen wird am 8. März um 15 Uhr eine Kaffeerunde in der ehemaligen „Schatztruhe“ am Markt sein, begleitet von Gesang von Sophie Sasse. Am 9. März schließlich beteiligt sich „Seehausen links“ am bundesweiten Frauenstreik mit einer Kundgebung auf dem Postplatz. Diese Initiativen heben die drängenden gesellschaftlichen Themen hervor, mit denen sich viele Frauen tagtäglich konfrontiert sehen, wie finanzielle Abhängigkeit, Gewalt und unzureichender Schutz.
Der Internationale Frauentag wird seit 1911 gefeiert, wobei der Ursprung auf die USA zurückgeht. 1975 wurde der Tag von den Vereinten Nationen (UN) institutionalisiert, mit dem Ziel, Gewalt, Diskriminierung und Ausbeutung zu bekämpfen sowie die Geschlechtergleichstellung zu fördern. Auch Amnesty International fordert zur Teilnahme am Internationalen Frauentag auf, um Errungenschaften zu feiern und deren Schutz einzufordern. Laut bpb.de ist das Motto für den Internationalen Frauentag 2025: „Für ALLE Frauen und Mädchen: Rechte, Gleichwertigkeit und Empowerment.“
Wichtige Themen für Frauenrechte
In Deutschland sind nach den neuesten Statistiken 79 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt weiblich. Im Jahr 2023 wurden bereits 167.639 Fälle von Partnerschaftsgewalt angezeigt, was einen Anstieg von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Der Gender Pay Gap beträgt derzeit 16 Prozent, und nur 19 Prozent der Vorstandsmitglieder in den 200 umsatzstärksten deutschen Firmen sind Frauen. Dennoch gibt es Fortschritte: Der Anteil der Frauen in Aufsichtsräten dieser Firmen liegt mittlerweile bei über einem Drittel, und das Gesetz zur Frauenquote in Vorständen wurde im August 2021 eingeführt. Trotz dieser Entwicklungen bleibt viel zu tun, insbesondere in Bezug auf die rechtliche Gleichstellung und die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, wie amnesty.de berichtet.
Tabea Kessel betont, dass es viele Gründe gibt, um zu protestieren und für mehr Gerechtigkeit und Solidarität einzutreten. Die Initiative am Internationalen Frauentag soll die gesellschaftliche Diskussion fördern und auf die Herausforderungen aufmerksam machen, mit denen Frauen hierzulande und weltweit konfrontiert sind. Es wird gefordert, Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst aufzuwerten und existenzsichernd zu entlohnen. Elke Hannach, die stellvertretende DGB-Vorsitzende, fordert bessere Rahmenbedingungen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt.
Globale Herausforderungen für Frauen
Während der Internationale Frauentag frei von politischen und sozialen Störungen gefeiert werden sollte, sind die realen Bedingungen vieler Frauen in verschiedenen Teilen der Welt oft prekär. Laut dem Sustainable Development Report 2024 blieb der Fortschritt in der Geschlechtergerechtigkeit „zu langsam, zu fragil und zu ungleichmäßig“. Frauen sind nach wie vor häufiger von Armut, Hunger und unzureichender Gesundheitsversorgung betroffen, und jede dritte Frau erlebt psychische oder sexualisierte Gewalt, insbesondere in Partnerschaften. In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal Opfer von physischer oder sexualisierter Gewalt.
Die Unterscheidungen zwischen den Geschlechtern betreffen auch die rechtliche Mitbestimmung, wobei in 28 Ländern Frauen keine Mitbestimmung über Ehe und Scheidung haben. Der Internationale Frauentag dient nicht nur der Feier der Errungenschaften, sondern auch als Plattform, um auf die anhaltenden Missstände aufmerksam zu machen und für die Rechte von Frauen und Mädchen zu kämpfen. Daher ist es notwendig, diese Themen im Blick zu behalten und aktiv für Veränderungen einzutreten, sowohl lokal in Seehausen als auch global.