Am Dienstag, dem 11. Februar 2026, fand ein bemerkenswerter Streik an der Seehäuser Grundschule „Dr. Albert Steinert“ statt. Drei von insgesamt zwölf Lehrkräften der Schule beteiligten sich an einer Kundgebung in Magdeburg, während der Unterricht an der Schule selbst eingeschränkt war. Die Betreuung der Schüler blieb jedoch gesichert, da Schulleiterin Carola Brückner und weitere Kolleginnen vor Ort blieben. Die Grundschule, die insgesamt 202 Schüler in den Klassen 1 bis 4 umfasst, unterstützt damit die Forderungen der Lehrkräfte nach besserer Vergütung und Arbeitsbedingungen im Bildungsbereich.

Der Streik wurde von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Sachsen-Anhalt (GEW) organisiert. Der Hauptgrund für die Protestaktion sind die stockenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder, bei denen die Arbeitgeber bisher keine verhandlungsfähigen Angebote unterbreitet haben. Die GEW fordert unter anderem eine Gehaltserhöhung von 7 % sowie mindestens 300 Euro mehr pro Monat für die Beschäftigten im Bildungssektor. Zusätzlich setzen sich die Lehrkräfte für 200 Euro mehr für Ausbildungs- und Praktikumsplätze ein sowie für einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte, die oft unter prekären Bedingungen arbeiten.

Streikaktionen in Magdeburg und Halle

Bereits am 10. Februar fand eine zentrale Kundgebung auf dem Domplatz in Magdeburg statt, die von der GEW-Landesvorsitzenden Eva Gerth geleitet wurde. Bei sonnigem Wetter hob Gerth den Nachholbedarf bei Gehältern hervor und betonte die Notwendigkeit, Berufe im Bildungsbereich attraktiver zu gestalten. An diesem Tag waren mehr als 1000 Beschäftigte aus verschiedenen Bildungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt in der Region Magdeburg und Halle aktiv, darunter auch Studierende, die sich für bessere Bedingungen für studentische Beschäftigte einsetzen.

  • Forderungen der GEW:
    • 7 % Gehaltserhöhung, mindestens 300 Euro monatlich
    • 200 Euro mehr für Auszubildende und Praktikant*innen
    • Laufzeit von 12 Monaten
    • Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TV Stud)
    • Höhere Zuschläge für Überstunden und ungünstige Arbeitszeiten

Am 11. und 12. Februar stehen die nächsten Verhandlungen in Potsdam an. Die GEW hofft auf ein tragfähiges Angebot, um den Forderungen der Beschäftigten nachzukommen und die Situation im Bildungsbereich zu verbessern. Die hohe Resonanz auf die Streikaktionen und die Unterstützung durch zahlreiche Mitgliedern zeigen, wie wichtig das Thema den Lehrkräften und studentischen Beschäftigten ist.

Die Situation an der Seehäuser Grundschule und die damit zusammenhängenden Streiks in der Region belegen die aktuellen Herausforderungen im Bildungssektor und die dringende Notwendigkeit, diese Themen anzugehen, um das Vertrauen und die Sicherheit der Lehrkräfte sowie die Bildungsqualität für die Schülerinnen und Schüler zu sichern. Laut AZ-Online zeige dieser Streik auch das Engagement einzelner Schulen für die gelebte Solidarität im Bildungsbereich, während die GEW unter gew-sachsenanhalt auch auf die bundesweiten Belange aufmerksam macht.