Heute wird in Seehausen an der Altmark mit einem neuen Flyer „Die Schätze der St.-Petri-Kirche in Seehausen“ eine bedeutende Veröffentlichung zelebriert. Dies geschieht anlässlich der 875-Jahr-Feier, die im Jahr 2026 begangen wird. Der Flyer wurde in einer Auflage von 1000 Exemplaren erstellt, unter der Federführung von Walter Fiedler, einem promovierten Mediziner im Ruhestand und Vorsitzenden des Fördervereins. Die Touristinfoleiterin Doreen Neumann hat den Flyer in Druck gegeben, um Interessierten einen besseren Zugang zu den historischen und kulturellen Schätzen der Kirche zu ermöglichen.
Die St.-Petri-Kirche wurde im 12. Jahrhundert als romanische Basilika erbaut, eine Architekturform, die den Beginn einer eigenständigen deutschen Bautradition markiert. Insbesondere die romanische Bauweise, die sich durch monumentale Kirchen auszeichnete, war nach den Wirren der Völkerwanderung ein bedeutendes Zeugnis für die spirituelle und politische Kraft des mittelalterlichen Reichs. Der berühmte Speyerer Dom oder die Kirchen in Hildesheim sind nur einige Beispiele, die die Qualität dieser Epoche widerspiegeln, die auch in der St.-Petri-Kirche sichtbar ist.
Besondere Attraktionen der St.-Petri-Kirche
Zu den besonderen Attraktionen der St.-Petri-Kirche gehört die Türmerwohnung, die sich in 55 Metern Höhe befindet. Diese Wohnung bietet einen atemberaubenden Ausblick über die Hansestadt und das Elbvorland. Die Kirche ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein historisches Relikt, das Geschichten erzählt. Von 1682 bis 1958 lebten hier 18 Turmwächter, die für die Sicherheit der Stadt sorgten. Besucher haben die Möglichkeit, auf vier Etagen Informationen über die spannende Lebensweise der Turmwächter zu erhalten.
Ein weiteres Highlight ist die Orgel, die zwischen 1867 und 1868 von Friedrich Hermann Lütkemüller gefertigt wurde. Sie wurde von 1993 bis 2014 aufwendig restauriert und umfasst mehr als 1.500 Pfeifen sowie 43 Register und drei Manuale. Der Spieltisch der Orgel ist derart angeordnet, dass der Organist stets zum Altar blickt. Die barocke Kanzel stammt aus dem Jahr 1710 und zeigt eindrucksvoll die Kunstfertigkeit der damaligen Zeit mit Darstellungen von Johannes dem Täufer und den zwölf Aposteln.
Öffnungszeiten und Besucherinformationen
Die St.-Petri-Kirche ist von Mitte Mai bis Mitte Oktober als offene Kirche zugänglich. Für Besucher stehen Ansprechpartner zur Verfügung, die Erläuterungen zur Kirche und ihrer Geschichte geben können. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Samstag, 11 bis 16 Uhr, allerdings unter Vorbehalt. Der Eintritt in die Kirche ist frei, jedoch wird ein kleiner Obolus für den Aufstieg in die Türme erhoben: Erwachsene zahlen 1 Euro, Kinder 0,50 Euro.
Führungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind nach Absprache mit der Touristinformation oder dem Pfarramt Seehausen möglich. Der evangelische Gottesdienst findet sonntags um 10:30 Uhr statt und rundet das vielfältige Angebot der St.-Petri-Kirche ab.
Insgesamt zeigt die St.-Petri-Kirche in Seehausen eindrucksvoll, wie lebendig und bedeutend die historische Architektur, sowie die damit verbundenen Traditionen und Geschichten bis heute bleiben. Der neue Flyer soll dabei helfen, noch mehr Menschen für diesen Schatz zu begeistern.
Für weitere Informationen über die St.-Petri-Kirche können Interessierte die offiziellen Seiten von az-online und seehausen-altmark besuchen. Weiterführende Informationen zur romanischen Architektur in Deutschland finden sich auf dynamic-watt.