Hilde Gerg, die ehemalige Olympiasiegerin im Skisport, hat sich nach ihrer sportlichen Karriere eine neue Identität als Bäuerin und Gesundheitscoach am Königssee geschaffen. Mit 50 Jahren blickt sie auf eine bewegte Vergangenheit zurück, die nicht nur von sportlichen Erfolgen, sondern auch von persönlichem Verlust geprägt ist. 1998 gewann sie in Nagano die Goldmedaille im Slalom und sicherte sich insgesamt zwei Olympia-Medaillen sowie 20 Weltcupsiege, bevor sie sich 2010 durch den plötzlichen Tod ihres ersten Ehemanns Wolfgang Graßl einer tiefen persönlichen Krise stellen musste. Sie musste für ihre fünfköpfige Familie stark bleiben, aber nach einigen Jahren des Schmerzes fand sie erneut das Glück in der Beziehung zu Marcus, mit dem sie nun einen gemeinsamen Sohn, Benedict, hat.

Heute bewirtschaftet das Paar eine kleine Landwirtschaft in Schönau am Königssee, wo sie Ziegen und zwei neue Isländer-Pferde planen zu kaufen. Gerg hat sich jedoch nicht nur auf die Agrarwirtschaft konzentriert; sie hat sich auch in die lokale Politik begeben und wird bei den kommenden Kommunalwahlen auf der CSU-Gemeinderatsliste von Schönau antreten. Ihr Schwager, der als Bürgermeister kandidiert, überzeugte sie, sich aktiv in der Gemeinde zu engagieren. Ihr Anliegen ist es, sich für nachhaltigen Tourismus und die Lebensqualität der Einheimischen einzusetzen, was angesichts der aktuellen Diskussionen über die Nachhaltigkeit von Großveranstaltungen besonders relevant ist.

Nachhaltigkeit und Olympische Spiele

Ein Blick auf die Bewertungen der Nachhaltigkeit von Olympischen Spielen seit 1992 zeigt, dass die wirtschaftliche Wirkung solcher Events auf die gastgebende Nation oftmals gering ist. Diese Erkenntnisse stammen aus einer umfassenden Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, die auch die ökologische und gesellschaftliche Nachhaltigkeit der Großveranstaltungen in Frage stellt. Laut einer Analyse, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde, schneiden die Winterspiele von Salt Lake City 2002 und die von Albertville 1992 am besten ab, trotz umstrittener Hintergründe, wie dem Bestechungsskandal in Salt Lake City.

Die Winterspiele 2014 in Sotschi erreichten hingegen einen bedenklich niedrigen Durchschnittswert von 24 Punkten in der Nachhaltigkeit, was sich negativ auf die gesellschaftliche Akzeptanz auswirkte. Ein weiteres Beispiel ist Rio de Janeiro 2016, wo hohe Verdrängungen von Anwohnern sowie eine schlechte Nachnutzung der Sportstätten zu einer Bewertung von nur 29 Punkten führten. Mit den bevorstehenden Olympischen Spielen in Paris 2024 gibt es jedoch Hoffnungen, dass nachhaltige Ansätze verfolgt werden, um die ökologischen Fußabdrücke zu minimieren und die Infrastruktur sinnvoll zu nutzen.

Hilde Gerg als Gesundheitscoach

Parallel zu ihrem Engagement in der Landwirtschaft und der Politik verfolgt Hilde Gerg ihren Traum, anderen Menschen als Gesundheitscoach zu helfen. In ihrer Seelenzeit-Akademie bietet sie Programme an, die Erholung und innere Balance fördern, sowie Impulse und Meditationen zur mentalen Stärkung. Gerg spiegelt ihre Erfahrungen aus dem Spitzensport in ihren Angeboten wider und möchte Menschen dazu inspirieren, Vertrauen in ihren eigenen Weg zu finden.

Darüber hinaus hat sie ein Buch mit dem Titel „Der Slalom meines Lebens“ veröffentlicht, in dem sie ihre Erfahrungen sowohl im Leistungssport als auch im privaten Leben teilt. Auch ihre Online-Präsenz erweitert sie durch einen YouTube-Kanal, auf dem sie über seelische Gesundheit und resiliente Lebensführung spricht. Hilde Gerg ist damit ein Beispiel dafür, wie man nach Krisen neue Wege beschreiten kann und dabei sowohl persönliche als auch gesellschaftliche Verantwortung übernimmt.