Im Mannheimer Stadtteil Schönau setzt sich Panajotis Neuert, 39 Jahre alt, dafür ein, das Image seines Wohngebiets zu verbessern. Als Geschäftsführer von Pflege im Quadrat hat er bereits mehrere Projekte initiiert, die die Lebensqualität vor Ort erhöhen sollen. Zuletzt eröffnete er am 7. Juli 2025 einen Inklusions-Kiosk, der sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt hat. Neben dem Kiosk plant Neuert auch eine Inklusionsbackstube, um den Stadtteil weiter aufzuwerten und alle Menschen, egal ob mit oder ohne Behinderung, einzubeziehen. Diese Projekte sind nicht zufällig entstanden; sie sind Teil von Neuerts Engagement, das durch seine eigene bewegte Vergangenheit geprägt ist. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, begann er bereits mit 15 Jahren, sich um eine Nachbarin im Rollstuhl zu kümmern.
Die Inklusionsbackstube wird nach der Schließung des vorherigen Bäckers ins Leben gerufen. Der örtliche Supermarkt stellt großzügig Raum zur Verfügung, ohne Miete zu erheben. Die Anwohner sind begeistert von Neuerts Ideen, wobei viele bei Veranstaltungen helfen. Der vorherige Bäcker hat Neuert sogar Mobiliar für die Planung der Backstube geschenkt. „Geld spielt für mich eine untergeordnete Rolle; ich investiere meine Einnahmen in meine Projekte“, erklärt Neuert, der seit 12 Jahren in Schönau lebt und mittlerweile zu den beliebtesten Menschen im Viertel zählt. Viele Anwohner unterstützen seine Vorhaben, wie zum Beispiel bei der Eröffnung der Inklusionsbackstube, zu der zahlreiche Gäste kamen.
Inklusions-Kiosk als zentraler Begegnungsort
Der Inklusions-Kiosk in Schönau ist ein weiterer Schritt in Neuerts Mission. Über die Angebote wie Softeis für 1 Euro und verschiedene Kuchen für 2,50 Euro hinaus hat der Kiosk auch einen sozialen Zweck. Er eignet sich als Arbeitsplatz für Menschen mit und ohne Behinderung, wobei die Mitarbeiterin Marina Unterstützung erhält, um ihre Fähigkeiten optimal im Umfeld des Kiosks einzusetzen. Bürgermeister Thorsten Riehle lobte Neuerts Unternehmergeist bei der Eröffnung des Kiosks, der täglich von 6 bis 21 Uhr geöffnet ist und inzwischen von zwei bis drei Mitarbeitern besetzt wird.
Im Kiosk wird die Gemeinschaft durch Begegnungsmöglichkeiten gestärkt. Tagespflege-Gäste der Lebensort Schönau GmbH werden regelmäßig mit einem Golf-Caddy hin und zurück transportiert. Neuert plant, zudem Pflegeberatung und Unterstützung bei Antragsstellungen anzubieten, um die Hilfestellung für die Anwohner zu erweitern. Die Realisierung des Kiosks wurde durch umfassende Sanierungsarbeiten in einem Gebäude aus den 1940er Jahren ermöglicht, in das er einen mittleren fünfstelligen Betrag investierte. Ein wichtiges Merkmal der Sanierung ist eine barrierearme Toilette, die den Ansprüchen der Vielfalt der Nutzer gerecht wird.
Unterstützung durch Förderprogramme
Neuerts Engagement fügt sich in den größeren Kontext städtebaulicher Förderprogramme ein, die darauf abzielen, den sozialen Zusammenhalt und die Integration zu fördern. Ein Beispiel sind die Programme des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, die jährlich Millionen Euro bereitstellen, um Projekte zur Verbesserung sozialer Infrastruktur in Stadtteilen zu unterstützen. Diese Programme zielen darauf ab, Begegnungsräume für alle Menschen zu schaffen, unabhängig von Einkommen oder Herkunft, und sind ein wichtiger Pfeiler für die Gestaltung lebendiger und integrativer Quartiere.
Mit seinen Initiativen ist Panajotis Neuert nicht nur für den Stadtteil Schönau von Bedeutung; sein Wirken bringt auch eine breite gesellschaftliche Diskussion über Integration und sozialen Zusammenhalt auf die Agenda. Seine Überzeugung, dass jeder Mensch in Gemeinschaftsprojekte einbezogen werden sollte, spiegelt sich in den positiven Reaktionen der Anwohner wider und zeigt, wie wichtig die Schaffung einer inklusiven Umgebung ist.