Mannheimer Grundschüler gründen Notinseln für mehr Kindersicherheit!
Im Stadtteil Schönau von Mannheim wurde ein wichtiges Projekt ins Leben gerufen, das den Schutz von Kindern in potenziell gefährlichen Situationen fördern soll. Grundschüler der Umgebung haben gemeinsam mit dem Caritas-Quartierbüro Schönau neue Notinseln gegründet, um sicherere Orte für Kinder zu schaffen. Der offizielle Startschuss für das Projekt fiel im Herbst 2024 und ist eine direkte Reaktion auf die Bedürfnisse von Kindern, die im Alltag häufig Ängsten und Gefahren gegenüberstehen.
Die Motivation hinter den Notinseln ist klar: Kinder benötigen Anlaufstellen, an denen sie Schutz suchen können, vor allem auf ihren Schulwegen. Zukünftig sollen an neu ausgewählten Standorten geschützte Zufluchtsorte entstehen, die von den Kindern selbst ausgewählt werden. Diese Notinseln werden von Geschäften betrieben, die mit einem speziellen Zeichen gekennzeichnet sind und somit als sichere Rückzugsorte fungieren. SWR berichtet, dass mittlerweile in vielen Städten und Gemeinden, darunter auch Mannheim, immer weniger Notinsel-Standorte verfügbar sind.
Engagement und Beteiligung der Kinder
Die Grundschüler aus Schönau waren aktiv in die Planung und Umsetzung des Projekts involviert. In der Schönauer Kinder- und Jugendversammlung präsentierten sie stolz ihre Ideen zur Schaffung von Notinseln. Im Rahmen der Gründung der „Stadtteilforscher-AG“ an der Hans-Christian-Andersen-Grundschule und der „Stadtgestalter-AG“ an der Schönauschule suchten die Kinder bei Stadtteilrundgängen nach sogenannten „Problemorten“, an denen sie sich unwohl fühlen. Diese Orte werden zukünftig in der zweiten Projektphase besucht, um geeignete Partner zu finden und die Notinsel zu etablieren.
Bereits zwei erste Standorte wurden in unmittelbarer Nähe der Endhaltestelle Schönau eröffnet. Der Notinsel-Plan, der sowohl als Stadtplan als auch in Form eines QR-Codes veröffentlicht wird, soll dazu beitragen, die Sicherheit für Kinder zu erhöhen. Unterstützt wird das Projekt von verschiedenen lokalen Einrichtungen, darunter der Caritasverband Mannheim und SiMA e.V. Auch die Finanzierung erfolgt durch den Förderpreis der Unternehmensgruppe GPG in Mannheim.
Die Notinseln im Kontext des Kinderschutzes
Das Notinsel-Projekt hat seinen Ursprung im Jahr 2002, als die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel + Gretel in Karlsruhe die Initiative ins Leben rief. Mit über 250 Standorten in ganz Deutschland und circa 17.000 Geschäften, die das Notinsel-Zeichen tragen, setzt das Projekt ein starkes Zeichen für den Kinderschutz. Geschäfte, die an diesem Konzept teilnehmen, leisten nicht nur aktiv Unterstützung, sondern zeigen auch ein klares Bekenntnis zum Schutz von Kindern gegen potenzielle Gefahren. Hänsel und Gretel hebt hervor, dass die Notinsel eine präventive Funktion hat, um Kinder auf ihren Wegen sicherer zu machen.
Insgesamt steht das Notinsel-Projekt in Mannheim für ein eindrucksvolles Beispiel, wie Kinder selbst Verantwortung übernehmen können, um ihre eigenen Sicherheitsbedürfnisse in der Gemeinschaft zu adressieren und auf eine respektvolle und unterstützende Umgebung hinzuarbeiten.
