Die Evangelische Stadtkirche in Schönau, ein bedeutendes historisches Bauwerk, wird derzeit umfassend saniert, um ihren Erhalt für zukünftige Generationen zu sichern. Die Stiftung Schönau und die Evangelische Kirchengemeinde Steinachtal treiben dieses wichtige Vorhaben voran. Im Rahmen des Denkmalförderprogramms 2025 stellt das Land Baden-Württemberg dafür 159.680 Euro zur Verfügung. Ziel ist es, das Denkmal nicht nur zu erhalten, sondern auch für kirchliche Veranstaltungen nutzbar zu machen.
Der symbolische Förderbescheid wurde im Oktober 2025 von Ministerin Nicole Razavi in Stuttgart überreicht. „Kulturelles Erbe ist der Zeuge unserer Vergangenheit und eine Brücke in die Zukunft“, betonte Razavi anlässlich der Übergabe. Die Evangelische Stadtkirche, die einst als Speisesaal für Mönche diente, gehört zu den wenigen erhaltenen Bauwerken des ehemaligen Klosters und hat eine herausragende Bedeutung für die Region.
Umfang der Sanierung
Die Gesamtkosten für die Sanierung des denkmalgeschützten Kirchenensembles belaufen sich auf etwa 1,25 Millionen Euro. Ein erster Bauabschnitt, der sich auf die Instandsetzung der Heizung und der Grundleitungen konzentriert, beläuft sich auf 564.000 Euro. Die Stiftung Schönau, die Eigentümerin von 85 Kirchen und 41 Pfarrhäusern in der Region ist, trägt hierbei historisch zwischen 65 und 100 Prozent der Kosten. Das Stiftungsvermögen stammt aus dem historischen Kloster Schönau, das im Jahr 1560 gegründet wurde.
Neben der Evangelischen Stadtkirche Schönau profitieren insgesamt 50 Kulturdenkmale von der Förderung durch das Land, das insgesamt rund 5,9 Millionen Euro im Rahmen der zweiten Tranche des Denkmalförderprogramms bereitstellt. Diese Mittel kommen in einem breiten Spektrum von Projekten zum Einsatz: 20 private Vorhaben, 11 kommunale Projekte und 19 kirchliche Projekte werden unterstützt. Zu diesen zählen unter anderem die Instandsetzung der Kirche St. Petrus und Paulus in Bad-Schussenried-Steinhausen sowie die Renovierung der Remigiuskirche in Sachsenheim-Häfnerhaslach.
Wirtschaftliche Aspekte und Zukunftsperspektiven
Die Stiftung Schönau verfolgt eine nachhaltige und verantwortungsvolle Wirtschaftsweise, die sich auf Erträge aus Erbbau- und Pachtverträgen, der Vermietung von Wohnungen und der Bewirtschaftung von Wäldern stützt. Diese Erträge fließen überwiegend in den Haushalt der Evangelischen Landeskirche in Baden, um die Finanzierung kirchlicher Bauprojekte und Pfarrstellen sicherzustellen. Rund 85 Mitarbeiter legen großen Wert auf die nachhaltige Instandhaltung der Kulturgüter, die als wesentlicher Bestandteil der regionalen Identität betrachtet werden.
Mit dem Denkmalförderprogramm würdigt das Land Baden-Württemberg das Engagement von Kirchengemeinden, Kommunen und privaten Eigentümern für den Erhalt von Bausubstanz. Die Förderung soll sicherstellen, dass Denkmale lebendig bleiben und zukünftige Generationen inspirieren. Landwirtschafts- und Kulturstaatsminister haben zudem weitere Maßnahmen zur Erhaltung der Kulturlandschaft in Deutschland angekündigt, mit einem zusätzlichen Haushaltsplan von 35 Millionen Euro für das Denkmalschutz-Sonderprogramm.