Am 26. Februar 2026 findet in der EWS Kulturhalle in Schönau im Schwarzwald eine Veranstaltung statt, die sich mit den Herausforderungen des Rechtsextremismus und strukturellem Rassismus auseinandersetzt. Der Referent Jakob Springfeld, ein 23-jähriger Student und aktueller EWS-Stromrebell, wird bei diesem Ereignis erwartet. Der Eintritt zu der Veranstaltung, die in Zusammenarbeit zwischen den EWS Elektrizitätswerken Schönau und dem Helferkreis Oberes Wiesental für Toleranz und Vielfalt organisiert wird, ist kostenlos.
Springfeld, der 2002 in Zwickau geboren wurde, hat sich bereits früh für Demokratie und Menschenrechte engagiert. Nach seiner Nominierung zu den 100 wichtigsten Ostdeutschen von ZEIT-Campus und dem Erhalt der Theodor-Heuss-Medaille in Stuttgart ist er bekannt für seine beiden Bücher, in denen er seine Erfahrungen als junger Antifaschist in Sachsen thematisiert. Sein erstes Buch, „Unter Nazis. Jung, ostdeutsch, gegen Rechts“, beschreibt seine Erlebnisse in einer Region, die stark von rechtsextremen Strukturen geprägt ist. Das zweite Buch, „Der Westen hat keine Ahnung, was im Osten passiert – Warum das Erstarken der Rechten eine Bedrohung für uns alle ist“, analysiert das Erstarken rechtsextremer Ideologien in Deutschland und ihre gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen.
Rechtsextremismus in Zwickau und Sachsen
Zwickau, die viertgrößte Stadt in Sachsen, hat eine dunkle Geschichte in Bezug auf rechtsextremistische Bewegungen. Die Stadt gilt als Rückzugsort der terroristischen Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) in den 2000er Jahren. Zudem verzeichnete die Alternative für Deutschland (AfD) bei der Kommunalwahl im Juni 2024 einen Anstieg ihrer Stimmen um 50 Prozent und hat nun 16 von 48 Sitzen im Stadtrat inne. Der sächsische Verfassungsschutz stuft die AfD mittlerweile als „gesichert rechtsextremistisch“ ein, während die rechtsextreme Gruppierung „Freie Sachsen“ ebenfalls Einfluss in der Stadt gewonnnen hat.
Laut dem Verfassungsschutz hat sich das Personenpotenzial gewaltorientierter Rechtsextremisten in Deutschland erhöht und lag 2024 bei rund 15.300 Personen. Auch die rechtsextremistischen Straftaten sind stark angestiegen, sodass insgesamt 37.835 solcher Taten registriert wurden. Dieser Anstieg von 47,4 % im Vergleich zum Vorjahr verdeutlicht die besorgniserregende Entwicklung in der Gesellschaft.
Springfelds Engagement ist vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen von entscheidender Bedeutung. Er hat frühzeitig erkannt, wie wichtig es ist, den Kampf gegen Rechtsextremismus zu unterstützen. Sein politisches Engagement begann, als er erst 13 Jahre alt war, indem er Fußballspiele und Hausaufgabenhilfe für geflüchtete Kinder organisierte. Er hat zahlreiche Auseinandersetzungen mit rechtsextremen Symbolen und Anfeindungen in seiner Umgebung erlebt. Trotz der Warnungen von Gleichgesinnten ließ sich Springfeld nicht entmutigen und steht weiterhin für ein menschenwürdiges und tolerantes Miteinander.
Einladung zur Veranstaltung
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung am 26. Februar 2026 um 19 Uhr in der EWS Kulturhalle, Friedrichstr. 53/55, 79677 Schönau im Schwarzwald teilzunehmen. Die Thematisierung des strukturellen Rassismus und der Rechtsextremismus als gesamtdeutsche Bedrohungen ist von höchster Aktualität. Jakobs Springfelds Perspektive und Erfahrungen werden sicher einen wertvollen Beitrag zur Diskussion leisten.