Roswitha Moderegger aus Schönau am Königssee wurde für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement in der Demenzhilfe mit der Bezirksmedaille des Bezirks Oberbayern ausgezeichnet. Die Ehrung fand im Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon statt und wurde von Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger überreicht. Moderegger, die sich seit über 40 Jahren für ältere und demenzerkrankte Menschen engagiert, begann ihre Arbeit im Jahr 1978 mit der Organisation von Seniorennachmittagen und Hauspflegekursen.

Im Laufe der Jahre hat sie sich zu einer der Pionierinnen in der Alzheimer-Arbeit in Bayern entwickelt. Ihre Ausbildung zur Altentherapeutin in den 1980er Jahren fiel mit der Entstehung erster Selbsthilfe-Initiativen und der Gründung der ersten Alzheimer Gesellschaft in München zusammen. Im Jahr 1989 gründete Moderegger zudem die erste Tagespflegeeinrichtung in Freilassing, die es zahlreichen Demenzpatienten ermöglichte, eine adäquate Betreuung zu erhalten, nachdem sie zuvor häufig in Familien gehalten wurden.

Ehrenamtliche Strukturen und Netzwerke

Darüber hinaus initiierte Moderegger die erste Selbsthilfe-Kontaktstelle für Angehörige und Betroffene im Berchtesgadener Land, die sich schnell zu einer zentralen Anlaufstelle für Hilfesuchende entwickelte. 2001 gründete sie die „Alzheimer Gesellschaft Berchtesgadener Land“ und etablierte sie als wichtige Plattform für Beratung und Aufklärung. Unter ihrer Leitung wird auch das jährlich stattfindende „Forum Demenz“ organisiert, ein bedeutendes Ereignis für den Austausch und die Unterstützung in der Region.

Die Bedeutung ihrer Arbeit wird auch durch die Aussagen von Bezirkstagspräsident Schwarzenberger und weiteren Würdenträgern hervorgehoben, die betonen, wie sehr Moderegger mit ihrer unermüdlichen Arbeit Maßstäbe setzt und die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen verbessert. Ihr Engagement geht zudem weit über ihre direkte Arbeit hinaus: Im Jahr 2020 initiierte sie die „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“, die darauf abzielt, die Rahmenbedingungen für Betroffene in ihrem Wohnumfeld zu optimieren.

Würdigung und Auszeichnungen

Roswitha Moderegger erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen für ihre Verdienste, darunter das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten und die Goldene Landkreismedaille des Landkreises Berchtesgadener Land. In einer emotionalen Ansprache äußerte sie sich überrascht über die Würdigung und reflektierte über den Einfluss ihrer Arbeit auf ihre Familie.

Der Bezirk Oberbayern honoriert jährlich Personen mit der Bezirksmedaille, die sich durch besonderes ehrenamtliches Engagement hervorgetan haben, was die Relevanz von Modereggers Beitrag in der Gesellschaft umso mehr unterstreicht.

In diesem Kontext veröffentlichte die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros eine Broschüre, die das Ehrenamt in der Arbeit mit Menschen mit Demenz thematisiert. Diese Publikation zielt darauf ab, Organisationen und Einzelpersonen dazu zu ermutigen, ehrenamtliche Angebote zu entwickeln und auszubauen, um die soziale Teilhabe und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Angesichts des demografischen Wandels gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung und zeigt, wie wichtig engagierte Personen wie Roswitha Moderegger für die Gesellschaft sind.