Am heutigen 13. Februar 2026 beginnt vor dem Leipziger Landgericht der Prozess gegen Nick W., den mutmaßlichen Mörder seiner ehemaligen Partnerin Susann K. Der Vorfall ereignete sich am 18. August 2025 in der Fritz-Hanschmann-Straße, als der Angeklagte gewaltsam in die Wohnung seiner Ex-Partnerin eindrang und sie verletzte. Bei dem Angriff soll Nick W. ein zehn Zentimeter langes Messer verwendet haben und nach einem Streit mehrere Male auf Susann K. eingestochen haben. Die 42-Jährige versuchte, dem Angreifer zu entkommen, sprang aus dem Kinderzimmerfenster und erlitt in der Folge tödliche Verletzungen, nachdem sie in einer Klinik verstarb. Der gemeinsame Sohn, der zum Zeitpunkt der Tat 10 Jahre alt war, wurde ebenfalls schwer verletzt und erlitt mindestens 14 Stiche, konnte jedoch durch eine Notoperation gerettet werden.

Nick W. wird wegen Mordes, versuchtem Mord, schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Zum Zeitpunkt der Tat soll er unter Alkoholeinfluss gestanden haben. Im Prozess wird der Angeklagte angeben, dass er ein klärendes Gespräch mit seiner Ex-Partnerin wollte und die Tat nicht geplant gewesen sei. Er hatte das Messer nach eigenen Aussagen nur zum Selbstschutz mit sich geführt, kann sich jedoch nicht an die Angriffe auf seinen Sohn erinnern. In der Öffentlichkeit sorgte der Fall für großes Entsetzen, insbesondere aufgrund des geschlechtsspezifischen Gewaltverhältnisses, das hierin deutlich zutage trat. Die Leipziger Gleichstellungsbeauftragte betonte die häufige Betroffenheit von Frauen in solchen Gewaltsituationen und verwies auf Warnsignale.

Prozessverlauf und Unterstützung für die Betroffenen

Die Staatsanwaltschaft Leipzig wird von Ricardo Schulz vertreten. Der Prozess ist auf acht Verhandlungstage angesetzt, wobei das Urteil am 2. April 2026 verkündet werden soll. Angehörige von Susann K. und ihrem Kind sind durch die Opferanwältin Alexandra Tust vertreten und treten als Nebenkläger auf. Der zehnjährige Sohn lebt heute bei Verwandten und konnte nach der dramatischen Situation gerettet werden.

Parallel zum Prozessbeginn findet an der Hochschule für Grafik und Buchkunst ein HGB-Rundgang statt. Dieser ist am 13. und 14. Februar von 14:00 bis 21:00 Uhr sowie am 15. Februar von 12:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Ausstellung präsentiert Werke der Studierenden aus verschiedenen Fachrichtungen und bietet somit einen kulturellen Kontrast zu den traurigen Nachrichten aus dem Gerichtssaal.

In den politischen Nachrichten hat Lars Kulesch, parteilos und seit 2012 in Leipzig lebend, seine Kandidatur für die Oberbürgermeisterwahl, die am 21. Februar 2024 stattfinden wird, bekannt gegeben. Kulesch muss bis zum 17. Dezember 240 Unterstützungsunterschriften einreichen, um auf den Stimmzettel zu gelangen. Er wird als erster Kandidat gehandelt, nachdem Burkhard Jung angekündigt hat, nicht erneut zu kandidieren. Kulesch verfügt über kommunalpolitische Erfahrung und ist Mitglied im Betriebsrat von „allane SE“.

Für die Stadt Leipzig ist dieser Tag sowohl durch den Prozess gegen Nick W. als auch durch die bevorstehenden Wahlen von großer Bedeutung. Die gesellschaftlichen Herausforderungen, die durch Gewalt gegen Frauen sowie durch die kommunalen Entscheidungen angestoßen werden, sind Themen, die die Leipziger Bevölkerung belasten und anregen.