Am 18. August 2025 ereignete sich in Leipzig, im Stadtteil Reudnitz-Thonberg, ein tragisches Verbrechen, welches die Gemeinschaft erschütterte. Der 37-jährige Nick W. soll in einem gewaltsamen Vorfall seine Ex-Lebenspartnerin Susann K. (42) und ihren zehnjährigen Sohn mit einem Messer angegriffen haben. Der Angriff führte zur tödlichen Verletzung von Susann K., während der Sohn in einer Notoperation gerettet werden konnte. Dies berichtet L-IZ.de.

Der Vorfall fand gegen 22:15 Uhr statt, als Nick W. gewaltsam in die Wohnung seiner ehemaligen Partnerin eindrang. Dort befanden sich neben Susann K. auch ihr Sohn und ein weiterer Mann. Nach einem Wortgefecht kam es zu einem Angriff, bei dem Nick W. Susann K. mit einem zehn Zentimeter langen Messer in den Bauch stach. Susann K. versuchte, sich durch einen Sprung aus dem Fenster zu retten, konnte jedoch nicht überleben. Der mutmaßliche Täter folgte dann in das Kinderzimmer, wo er erneut gewaltsam auf den gemeinsamen Sohn einstach und ihm 14 Stiche zufügte. Der Junge überlebte nur dank einer sofortigen Notoperation.

Prozessauftakt und Anklagepunkte

Am 13. Februar 2026 begann am Landgericht Leipzig der Prozess gegen Nick W., der sich wegen Mordes, versuchten Mordes, schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung verantworten muss. Die Staatsanwaltschaft geht von einer heimtückischen Tat aus niedrigen Beweggründen aus, wohingegen Nick W. eine geplante Tat bestreitet und die Ereignisse als Unfall beschreibt. Es wurde bekannt, dass er zum Zeitpunkt der Tat unter Alkoholeinfluss stand und eine wechselhafte Beziehung zu Susann K. hatte. Im Prozess beteuerte er, ein klärendes Gespräch gewollt zu haben, und behauptete, das Messer nur zu Selbstschutz bei sich gehabt zu haben. Kurios ist, dass er sich an die Stiche auf seinen Sohn nicht erinnern kann und wenig Reue zeigte, was seine seltsamen Fragen nach der Festnahme unterstreicht.

Für den Prozess sind insgesamt acht Verhandlungstage geplant, mit einer Fortsetzung am 25. Februar 2026. Ein Urteil wird möglicherweise Anfang April 2026 erwartet. Der zehnjährige Sohn von Nick W. lebt mittlerweile bei Verwandten, während die Angehörigen von Susann K. als Nebenkläger im Verfahren auftreten.

Öffentliche Reaktionen und Femizid

Der Vorfall hatTrauer und Entsetzen in der Öffentlichkeit hervorgerufen, nicht zuletzt aufgrund des ernsten Themas der geschlechtsspezifischen Gewalt. Die Leipziger Gleichstellungsbeauftragte wies auf die häufige Betroffenheit von Frauen hin und erklärte, dass es oft klare Warnsignale gäbe, die ernst genommen werden sollten. Mit Blick auf die aktuellen Zahlen zu Straftaten gegen Frauen, wie sie in der polizeilichen Kriminalstatistik 2024 veröffentlicht wurden, wird deutlich, dass allein im Jahr 2025 308 Tötungsdelikte an Frauen im Bereich der Partnerschaftsgewalt registriert wurden. Dies verdeutlicht die Dringlichkeit, gegen solche Gewalt vorzugehen und präventiv gegen Frauenfeindlichkeit zu handeln, wie BKA.de berichtet.

Initiativen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt wurden immer dringlicher, nachdem als Beispiel nur die 53.451 registrierten weiblichen Opfer von Sexualstraftaten in Deutschland im Jahr 2024 dokumentiert wurden. Hilfsbehörden und Aufklärungskampagnen versuchen, Betroffene zu schützen und präventiv gegen solche Verbrechen vorzugehen.

In Leipzig und darüber hinaus bleibt die Frage nach der Sicherheit von Frauen und der Bekämpfung von Gewalt im Alltag ein drängendes Thema. Während der Prozess in den kommenden Tagen fortgesetzt wird, wird die gesamte Gesellschaft aufmerksam verfolgen, wie das Gericht über diesen tragischen Fall entscheiden wird.