Die Situation auf dem Leipziger Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Laut knack.news hat der LVZ-Immo-Experte Jens Rometsch die besorgniserregende Zunahme krimineller Akteure im Wohnungssektor hervorgehoben. Bezahlbarer Wohnraum ist weiterhin Mangelware, während teure Wohnungen relativ leicht verfügbar sind. Der Bau neuer Wohnungen in Leipzig ist unzureichend; die Baukosten sind seit dem Ukraine-Krieg 2022 stark gestiegen und betragen teilweise bereits bis zu 20 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.

Private Firmen und Genossenschaften reagieren zurückhaltend auf die Notwendigkeit neuer Wohnbauprojekte. Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) ist dabei eine herausragende Ausnahme, da sie geförderte Sozialwohnungen errichtet. Kritiker weisen zudem auf die zahlreichen Vorschriften hin, die die Baukosten in die Höhe treiben. Vorschläge zur Verbesserung der Lage beinhalten die Entschlackung dieser Vorschriften, die Senkung der Zinsen und die Einführung serieller Bauweisen.

Kampf gegen Mietwucher intensiviert sich

Die Stadt Leipzig hat eine Initiative gegen Mietwucher gestartet, die bereits erste Erfolge zeigt. Rund 41 % der Einwohner geben über ein Drittel ihres Einkommens für Miete aus, betroffen sind vor allem alleinlebende Rentner, die im Schnitt 35 % ihrer Rente für Wohnkosten aufbringen. Die Mieten in Leipzig sind in den letzten zehn Jahren um 68 % gestiegen, während die Einkommensentwicklung mit diesem Anstieg nicht Schritt gehalten hat, wie bpd-leipzig.de berichtet.

Das Sozialamt ist seit Herbst 2024 mit über 7.700 Fällen von Mietpreisüberhöhungen und 3.370 Fällen von Mietwucher beschäftigt. Verdächtige Mietverhältnisse werden im Sachgebiet Wohnraumversorgung des Sozialamtes untersucht, und bei bestätigtem Verdacht wird der Fall an die Bußgeldbehörde weitergeleitet. Geplante Maßnahmen zur Stabilisierung der Konzeptvergabe bei Wohnungsbauprojekten und zur Festlegung von Quoten für den sozialen Wohnungsbau sollen die Situation weiter verbessern.

Marktentwicklung und Ausblick

Die jüngsten Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt zeigen, dass die Nachfrage nach Wohnraum in Leipzig das Angebot weiterhin übersteigt. Die Mietpreise für Erstbezugswohnungen stiegen 2023 um über 14 % auf einen Median von 11,44 Euro pro Quadratmeter, während die Mieten für Bestandswohnungen um über 5 % auf einen Medianwert von 8,43 Euro pro Quadratmeter zulegten. Ein Bericht von pisa-immobilien.de hebt hervor, dass insbesondere die Nachfrage nach Familienwohnungen und kompaktem Wohnraum zunimmt.

Die höchsten Mietpreise für Erstbezugswohnungen finden sich im Stadtbezirk Mitte mit einem Median von 13,04 Euro pro Quadratmeter. Neu gebaute Eigentumswohnungen verzeichnen im Jahr 2023 einen Durchschnittspreis von 6.020 Euro pro Quadratmeter, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg darstellt. Trotz der angespannten Situation wird für 2026 eine Erholung der Bautätigkeit erwartet, während ein neuer Mietspiegel ab dem 1. Juli 2025 viele Probleme zu lösen verspricht.

Die Stadt hat auch ein kostenloses Angebot zur Überprüfung von Mietpreisen eingeführt. Bei Verdacht auf Mietüberhöhung können Mieter ihre Miete überprüfen lassen, und Bußgelder von bis zu 50.000 Euro drohen bei festgestellten Überhöhungen.

Derzeit bleibt die Stadt Leipzig gefordert, umfassende Lösungen zu finden, um die Wohnsituation für ihre Bürger zu verbessern und den Mietwucher wirksam zu bekämpfen.