Die Stadt Leipzig hat nun ein innovatives Verfahren zur Vergabe von städtischen Eigenheimgrundstücken und Erbbaurechten ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, Familien mit Kindern, Menschen ohne Eigentum sowie klimaschonendes Bauen zu fördern. Wie lvz.de berichtet, erfolgt die Bewertung der Bewerber nach sozialen und ökologischen Kriterien. Diese Kriterien sollen sicherstellen, dass die Vergabe gerecht und nachhaltig erfolgt.
Ein zentrales Kriterium ist die Anzahl der Kinder im Haushalt. Pro Kind erhalten Bewerber 25 Punkte, wobei ein Punkt pro Lebensjahr abgezogen wird. Ungeborene Kinder zählen ab der 12. Schwangerschaftswoche. Darüber hinaus werden Menschen mit Behinderungen im Haushalt ebenfalls berücksichtigt und können zwischen 4 und 40 Punkten erhalten, abhängig vom Grad der Behinderung. Zusätzliche Punkte gibt es in besonderen Fällen, wie z.B. für außergewöhnlich gehbehinderte oder blinde Personen, die nochmals 10 Punkte erhalten.
Soziale und ökologische Faktoren
Das Bewerbungsverfahren ist transparent gestaltet und sieht auch die Berücksichtigung ehrenamtlicher Tätigkeiten vor. Hier können bis zu 10 Punkte gesammelt werden, wobei ein Punkt pro vollem Jahr ehrenamtlichen Engagements vergeben wird. Eine besondere Förderung erfahren auch Mehrgenerationenhäuser, die mit 15 Punkten belohnt werden, sofern sie mindestens drei Generationen unter einem Dach vereinen.
Wer keine Wohnimmobilie besitzt, erhält 40 Punkte, und beispielsweise Berufstätige im Haushaltskontext bringen jeweils 10 Punkte ein. Bei unbebauten Grundstücken spielt zudem die geplante Energieeffizienz des Neubaus eine Rolle, wobei für verschiedene Standards Punkte vergeben werden. So gibt es 50 Punkte für ein klimafreundliches Wohngebäude mit Qualitätssiegel, 30 Punkte für ein allgemeines klimafreundliches Wohngebäude und 15 Punkte für Modelle im Niedrigpreissegment.
Vor der offiziellen Bewerbung können Interessierte bereits Informationen auf dem Online-Portal Baupilot.com abrufen. Die Bewerbungen sind bis zu einem festgelegten Termin möglich, wobei mehrere Bewerbungen für verschiedene Grundstücke erlaubt sind. Nach Abschluss der Bewerbungsfrist werden die Erstplatzierungen ermittelt und, bei gleichen Punkten, ein Losverfahren angewendet. Ein transparentes Verfahren, das innerhalb der Stadtverwaltung bereits positiv aufgenommen wurde.
Förderung des sozialen Wohnungsbaus
Parallel zu diesen Initiativen fördert die Stadt Leipzig den sozialen Wohnungsbau mit 32 Millionen Euro, wie mdr.de berichtet. Diese Mittel, bereitgestellt durch die Sächsische Aufbaubank, sollen Investoren und Eigentümern helfen, mietpreis- und belegungsgebundene Wohnungen zu schaffen. In den kommenden Jahren sollen somit über 400 neue Sozialwohnungen entstehen, die insbesondere einkommensschwachen Menschen zugutekommen.
Baubürgermeister Thomas Dienberg hebt die Bedeutung dieser Förderung hervor und betont die positiven Auswirkungen auf die Wohnraumversorgung in der Stadt. Seit 2017 wurden bereits Verträge für insgesamt 2.810 Wohnungen im Rahmen des Förderprogramms geschlossen, von denen 1.559 bereits fertiggestellt und größtenteils vermietet sind. Diese Wohnungen entstehen überwiegend im Neubau und decken alle Haushaltsgrößen ab – von Ein- bis Sieben-Personen-Haushalten.
Die Stadt Leipzig zeigt mit diesen Maßnahmen, dass sie aktiv für eine zukunftsorientierte Wohnraumplanung und eine nachhaltige Gesellschaftsstruktur eintritt. Die Bewerbung um die Eigenheimgrundstücke sowie die Förderung des sozialen Wohnungsbaus sind essenzielle Bausteine für die Entwicklung der Stadt.