In der Stadt Leipzig sorgt eine wachsende Population von Nutrias, auch Biberratten genannt, für erhöhte Aufmerksamkeit. Diese Nagetiere, die seit Ende der 90er Jahre in der Stadt heimisch sind, scheinen besonders an der „Entenbrücke“ beliebt zu sein, wo viele Menschen täglich zusammenkommen, um die Tiere zu füttern und zu streicheln. Laut Tag24 ist die genaue Anzahl der Nutrias schwer zu bestimmen, da die Population starken Schwankungen unterliegt. Hotspots für diese Tiere sind insbesondere der Limburger Steg an der Weißen Elster in den Ortsteilen Schleußig und Plagwitz.
Die Stadtverwaltung von Leipzig warnt jedoch vor den Risiken, die mit dem Füttern der Nutrias verbunden sind. Das Füttern könnte die natürliche Regulierung der Bestände beeinträchtigen und zu einer Überpopulation führen. Diese könnte wiederum Schäden im Ufer- und Böschungsbereich verursachen und auch Ratten anziehen, die als Krankheitserreger gelten. Menschen wird geraten, die Nutrias aus sicherem Abstand zu beobachten, da sie keine Streicheltiere sind.
Die Verbreitung der Nutrias in Deutschland
Nutrias gelten als invasive Art, die ursprünglich aus Südamerika stammt. Ihre Ausbreitung in Deutschland nimmt rasant zu. Laut Tagesschau wurden im Jahr 2023 Nutrias in 35 Prozent der untersuchten Jagdreviere festgestellt, was einer Verdopplung seit 2015 entspricht. Besonders in städtischen Gebieten sind sie häufig anzutreffen, da unerlaubte Fütterung, klimatische Vorteile und jagdliche Einschränkungen ihre Urbanisierung fördern.
In vielen deutschen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen ist die Präsenz von Nutrias teilweise alarmierend. In Nordrhein-Westfalen wurden sie in 60 Prozent der Jagdgebiete festgestellt, in Niedersachsen in 55 Prozent und in Bremen sogar in 93 Prozent, was einen Anstieg um das Sechsfache gegenüber 2015 darstellt. In Hamburg liegt die Anwesenheit bei 74 Prozent. Die Nutria untergräbt nicht nur Deiche und Flussufer, sondern schädigt auch den Lebensraum anderer Tierarten, indem sie Schilfgürtel frisst, die für Insekten, Fische und Vögel unerlässlich sind.
Ökologische Gefahren und Maßnahmen
Der Deutsche Jagdverband fordert daher die Aufnahme der Nutria ins Bundesjagdgesetz und ein Bekenntnis zur Fangjagd, um diese invasive Art zu kontrollieren. Neben den ökologischen Schäden durch die Nutrias, die laut Deutscher Jagdverband auch Hochwasserschutz gefährden, gibt es bereits Maßnahmen gegen diese Tiere. Für die Jagdsaison 2023/24 wurden fast 117.500 Nutrias erlegt, was einen neuen Rekord darstellt. Fast drei Viertel dieser Tiere stammen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die wachsende Nutriapopulation in Leipzig sowohl für Tiere als auch für Menschen Herausforderungen mit sich bringt. Während viele Bürger die süßen Tiere gerne füttern und beobachten, ist es wichtig, die Warnungen der Stadt ernst zu nehmen, um zukünftige Probleme zu vermeiden.