Sidebar Werbung
Sidebar Werbung

Im Februar 2026 feierte das Erich-Zeigner-Haus e.V. in Leipzig-Plagwitz seine Wiedereröffnung, nach einer umfassenden Sanierung, die über zwei Jahre in Anspruch nahm. Der Verein, gegründet im Jahr 1999, hat sich seit jeher der Förderung der Zivilgesellschaft und der Werte von Erich Zeigner verschrieben. Ziel seiner Arbeit ist es, die Menschen für demokratische Werte zu sensibilisieren und zur aktiven Wahrnehmung ihrer Rechte zu ermutigen. Um dies zu erreichen, plant der Verein, seine Projektarbeit künftig stärker auf Grund- und Förderschulen auszurichten und somit frühzeitig Demokratiebildung zu verankern. Die Gesamtkosten für die Sanierung betrugen rund 2,6 Millionen Euro, wobei das sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus mit 1,6 Millionen Euro und die Stadt Leipzig mit 631.000 Euro sowie weiteren Mitteln zur Denkmalförderung und von Bundesmitteln des Energie- und Klimafonds zur Seite standen. Eine Spendenkampagne brachte zusätzlich etwa 40.000 Euro ein, sodass das historische Inventar und die Inneneinrichtung restauriert werden konnten.

Dennoch steht das Erich-Zeigner-Haus nun vor großen finanziellen Herausforderungen. Ein umfassender Umbau des Förderprogramms „Demokratie leben!“ seitens der Bundesfamilienministerin Karin Prien gefährdet mehrere wichtige Projekte des Vereins. Die Streichungen betreffen auch zahlreiche andere Organisationen in Sachsen – insgesamt 23 Einrichtungen sind von den Kürzungen betroffen. Von 80 Förderanträgen, die im Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ eingereicht wurden, wurden lediglich 27 genehmigt. Diese Situation bringt die wichtige Arbeit des Vereins, der seit 2008 mehr als 200 Stolpersteine verlegt hat und Workshops zur historisch-politischen Bildung anbietet, in ernste Gefahr. Henry Lewkowitz, Geschäftsführer des Vereins, äußerte Bedenken über die künftige Fördermittelakquise ab 2026.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Bedrohung von Demokratieprojekten

Der Förderstopp für zahlreiche Förderprojekte, darunter auch ein wichtiges Projekt gegen Antisemitismus, stellt die Arbeit des Vereins in Frage und könnte die demokratische Bildung in der Region stark beeinträchtigen. Dieses Projekt, das über 50 Workshops pro Jahr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geplant hatte, ist Teil einer strategischen Antwort auf Extremismus und soll die Vielfalt in der Gesellschaft fördern und Extremismus vorbeugen, wie bpb.de betont. Der Antrag des Erich-Zeigner-Haus e.V. auf finanzielle Mittel zur Durchführung von acht Stolpersteinprojekten wurde abgelehnt, was nicht nur die Vereinsarbeit bedroht, sondern auch dem Ziel widerspricht, Jugendliche für die Geschichte des Nationalsozialismus zu sensibilisieren.

AMAZON In-Article
AMAZON In-Article

Raimund Grafe, der Vorstandsvorsitzende des Vereins, betont die Notwendigkeit, die Vereinsarbeit fortzuführen und alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Im Angesicht der drohenden Streichungen von Fördermitteln setzen die Verantwortlichen auf Spenden, um das Angebot an Schulworkshops aufrechtzuerhalten. Für Interessierte gibt es die Möglichkeit, das Projekt finanziell zu unterstützen: Das Spendenkonto lautet Erich-Zeigner-Haus e.V., IBAN: DE 94 860 555 92 11 002 798 96, Verwendungszweck: Schulworkshops.

Die Situation rund um das Erich-Zeigner-Haus verdeutlicht die bedeutenden Herausforderungen, mit denen demokratische Bildungseinrichtungen in Deutschland konfrontiert sind, und macht deutlich, wie wichtig es ist, diese Initiativen auch in Zukunft zu unterstützen und zu fördern.