In der Gemeinde Möckern, Sachsen-Anhalt, wurde am 10. Februar ein besonders schwerer Diebstahl angezeigt, der die ländliche Gemeinschaft in Aufregung versetzt. Unbekannte Täter entführten in der Nacht auf den 8. Februar eine gesamte Herde von 65 schwangeren Mutterschafen. Der 61-jährige Schafhalter, der die Anzeige erstattete, beschreibt die Situation als schockierend. Die Schafe befanden sich auf einem eingezäunten Grundstück mit Stall im Bereich Schweinitz, welches offensichtlich nicht ausreichend gesichert war. Das Vorhängeschloss wurde mit einem unbekannten Gegenstand aufgebrochen, was auf eine gut geplante und gewaltsame Vorgehensweise hindeutet. Der entstandene Schaden wird auf einen unteren fünfstelligen Betrag geschätzt.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen in diesem Fall übernommen und bittet Zeugen, sachdienliche Hinweise unter 03921-920-0 oder per E-Mail an levd.prev-jl@polizei.sachsen-anhalt.de zu melden. Diese Art von Diebstahl ist leider nicht einzigartig. Volksstimme gibt an, dass Landwirte in vielen Regionen mit zunehmenden Diebstählen zu kämpfen haben, was in der jüngsten Vergangenheit für große Besorgnis sorgt.
Anstieg von Viehdiebstählen
Ein Blick in die aktuellen Entwicklungen zeigt, dass der Diebstahl von Vieh und landwirtschaftlichen Geräten in Norddeutschland stark angestiegen ist. Laut Berichten des Schleswig-Holsteiner LKA wurden in Nordfriesland 78 Lämmer gestohlen, während in Mecklenburg-Vorpommern bereits im Jahr 2023 zahlreiche Diebstähle von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut registriert wurden, deren Gesamtschaden sich nahe der Millionengrenze bewegt. Die Täter benutzen häufig die Unübersichtlichkeit und Weitläufigkeit der Felder und Weiden zu ihrem Vorteil, sodass viele Diebstähle unentdeckt bleiben.
Die NDR Mediathek beleuchtet die Problematik und zeigt, dass Landwirte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oft gezwungen sind, in Sicherheitsmaßnahmen zu investieren, während das Vertrauen in die Ermittlungsbehörden schwindet. Ein Grund dafür ist, dass viele betroffene Landwirte aufgrund geringer Erfolgsaussichten oft davon absehen, Diebstähle bei der Polizei anzuzeigen. In einer Umfrage gaben über 60 % der Landwirte an, dass sie sich mehr Polizeipräsenz in Form von zufälligen Patrouillen wünschen.
Vertrauen und Prävention
Trotz des wachsenden Problems zeigt eine Studie, dass die Gesamtheit der betroffenen Landwirte grundsätzlich Vertrauen in die Polizei hat, auch wenn viele Fälle nicht gemeldet werden. Gründe wie der Aufwand einer Anzeige und die häufige Aussichtslosigkeit, die gestohlenen Waren wiederzuerlangen, halten Landwirte oft davon ab, ihre Verluste zu dokumentieren. Die Expertin Drenkhahn von der Freien Universität Berlin hat bestätigt, dass mehr als die Hälfte aller Bauern von Diebstählen betroffen ist, was die dringende Notwendigkeit verdeutlicht, die Sicherheitsvorkehrungen in der Landwirtschaft zu verschärfen.
Die Fertigung und der Diebstahl von landwirtschaftlichen Gütern betreffen nicht nur den finanziellen Aspekt der Betriebe, sondern auch das Vertrauen innerhalb der ländlichen Gemeinschaft. Angesichts dieser alarmierenden Zahlen und Entwicklungen müssen sowohl die Behörden als auch die Landwirte gemeinsam an nachhaltigen Lösungen zur Bekämpfung dieser Kriminalität arbeiten.