Am Dienstagmittag führte die Leipziger Kriminalpolizei eine umfassende Razzia in einer Wohnung in Leipzig-Möckern durch. Die Durchsuchung basierte auf einem richterlichen Beschluss des Amtsgerichts Leipzig und richtete sich gegen einen 44-jährigen Mann, der im Verdacht steht, mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu handeln. Bei der Durchsuchung wurden schockierende Funde gemacht: Es sichergestellt wurden knapp 1,8 Kilogramm Cannabisprodukte, circa 400 Gramm Heroin, knapp 900 Gramm Methamphetamine, sowie über 300 Gramm Ecstasy in Tablettenform. Zudem entdeckte die Polizei fast 4 Kilogramm betäubungsmittelsuspekte synthetische Substanzen.
Begleitend zur Drogenlagerung wurden in der Wohnung auch erhebliche Geldbeträge im hohen vierstelligen Bereich und zahlreiche gefährliche Gegenstände sichergestellt, darunter Messer, Äxte, Macheten, Reizgase sowie mehrere Luftdruck- und Schreckschusspistolen. Zu den gefährlichsten Funden zählte sogar eine scharfe Kriegswaffe. Der Beschuldigte wurde vorläufig festgenommen und anschließend in das Zentrale Polizeigewahrsam gebracht. Mit einem Haftbefehl aufgrund des dringenden Tatverdachts des bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln wurde er später in eine Justizvollzugsanstalt überführt. Die Ermittlungen sind weiterhin im Gange und sollen weitere Hintergründe klären. Dies ist nicht der einzige Fall von Drogenkriminalität, der derzeit die Leipziger Polizei beschäftigt.
Großrazzia in Leipzig
In einem anderen, umfassenderen Akt hat die Leipziger Polizei gemeinsam mit über 500 Einsatzkräften von Bundes- und Landespolizei sowie der Steuerfahndung eine Großrazzia durchgeführt. Dabei wurden drei Männer im Alter von 46, 51 und 66 Jahren auf frischer Tat ertappt und vorläufig festgenommen. Die Operation umfasste die Durchsuchung von zehn Objekten in der Eisenbahnstraße, darunter eine Shisha-Bar, mehrere Wohnungen und Geschäfte. Diese Objekte waren offenbar als Lager- und Verkaufsstellen für Betäubungsmittel sowie unversteuerte Zigaretten genutzt worden.
Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat Haftbefehle gegen die Beschuldigten beantragt. Neben den drei Festgenommenen sind auch zwei weitere Verdächtige im Alter von 32 und 45 Jahren in den Ermittlungen involviert. Bei dieser großangelegten Aktion konnte eine erhebliche Menge an Drogen, darunter Marihuana, Heroin, Kokain und Crystal Meth, sichergestellt werden. Die polizeilichen Maßnahmen, einschließlich der Auswertung der Beweismittel, sind noch im Gange und werden voraussichtlich Zeit in Anspruch nehmen.
Drogensituation in Deutschland
Derartige Ereignisse sind Teil eines größeren Problems, das die Drogenkriminalität in Deutschland darstellt. Im Jahr 2023 wurden bundesweit rund 347.000 Drogenkriminalitätsfälle polizeilich erfasst, was einem Anstieg von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die meisten dieser Fälle, etwa 208.000, betrafen Cannabis, dessen Nutzung seit dem 1. April 2024 teilweise legalisiert wurde. Trotz der Legalisierung zeigt sich ein weiterhin hoher Anteil von über 90 Prozent an Cannabisfällen, während die Drogenhandelsdelikte im Jahr 2023 bei rund 55.500 lagen.
Die Herausforderung für die Gesellschaft ist enorm: Über 2.230 Drogentote wurden 2023 in Deutschland registriert, viele davon aufgrund langfristiger Gesundheitsprobleme durch übermäßigen Drogenkonsum. Vor allem in Bremen ist die höchste Rate an Drogentoten mit knapp 5 Fällen pro 100.000 Einwohner zu verzeichnen. Diese Statistiken verdeutlichen die notwendige und anhaltende Aufmerksamkeit auf den Bereich Drogenkriminalität.
Für Leipzig sind die jüngsten Ereignisse ein alarmierendes Zeichen, dass die Bekämpfung von Drogenhandel und -konsum weiterhin höchste Priorität hat.