Die Geflügelpest, bekannt als Aviäre Influenza (H5N1), breitet sich weiter in Deutschland aus. Besonders betroffen sind mehrere Regionen, in denen die Infektionskrankheit erhebliche Schäden anrichtet. Am 16. Februar 2026 vermeldete Geflügelnews eine Vielzahl von neuen Ausbrüchen, die vor allem in der Zeit von Herbst und Winter 2025/2026 zu verzeichnen sind.
Ein besonders kritischer Fall befindet sich in Leipzig, wo in einer Putenmastanlage rund 30.000 Tiere getötet werden mussten. Auch im Landkreis Düren gibt es einen Verdachtsfall in einer Hobby-Geflügelhaltung. Hier wird der Bestand, der weniger als 50 Tiere umfasst, vorsorglich getötet, ohne dass Sperrzonen eingerichtet werden mussten. Es zeigt sich, dass die Situation bundesweit alarmierend ist: In Nordrhein-Westfalen musste in einem Putenbetrieb in Meschede der gesamte Bestand von 22.000 Tieren getötet werden, während es in Brandenburg zu einem Ausbruch in einem Putenbetrieb mit 13.500 Tieren kam.
Stallpflicht und Hygienemaßnahmen
Im Gegensatz zu diesen drastischen Maßnahmen wurde in Baden-Württemberg die Stallpflicht für Geflügel in mehreren Regionen aufgehoben. Ab dem kommenden Freitag dürfen Geflügelhalter in den Landkreisen Ludwigsburg, nördlicher Enzkreis, Ortenaukreis sowie im Stadtkreis Mannheim ihre Tiere wieder ins Freie lassen. Dennoch bleibt die Auflage bestehen, strenge Hygienemaßnahmen zu befolgen, einschließlich Händewaschen, desinfizierender Maßnahmen und der täglichen Gesundheitsbeobachtung der Tiere. Das Landratsamt Ortenaukreis warnt jedoch davor, dass die Vogelgrippe-Saison noch nicht vorüber ist, da die Gefahr weiterhin besteht, insbesondere für Hühner und Puten, die am häufigsten betroffen sind. SWR hebt hervor, dass die Ursachen für die Ausbreitung vor allem in der hohen Ansteckungsrate des H5N1-Virus liegen.
Diese Form der Vogelgrippe geht von wilden Wasservögeln aus, die als natürliche Reservoirwirte fungieren. Dabei können sich geringpathogene Formen der Influenza in hochpathogene Varianten verwandeln, was besonders für Hausgeflügel fatale Folgen haben kann. Laut Friedrich-Loeffler-Institut müssen sich Geflügelhalter immer wieder auf neue Ausbrüche einstellen.
Aktuelle Entwicklungen und Ausbrüche
Die Liste der betroffenen Regionen und Betriebe wächst. Zu den aktuellen Ausbrüchen gehören Fälle in den Landkreisen Diepholz und Hildesheim, wo die Geflügelpest ebenfalls nachgewiesen wurde. In einigen Regionen wie Ostholstein wurden Restriktionszonen eingerichtet, während in anderen wie dem Landkreis Cloppenburg die Tötung von fast 23.000 Tiere vorbereitet wird. In Luxemburg wurde kürzlich eine Stallpflicht nach dem Nachweis der Vogelgrippe in Schengen erlassen.
Zusätzlich zu den nationalen Entwicklungen melden auch andere Länder wie die Niederlande neue Ausbrüche in Puten- und Legehennenbetrieben, in denen Tausende von Tieren getötet werden mussten. Auch international sind Fälle von Vogelgrippe in Ländern wie den USA, Kanada und Japan gemeldet worden.
In Anbetracht der aktuellen Lage bleibt es für die Geflügelhalter in Deutschland unerlässlich, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung der Geflügelpest zu verhindern und die Gesundheit ihrer Bestände zu schützen.