Der Leipziger Stadtwald steht vor bedeutenden Veränderungen, die sowohl ökologische als auch soziale Aspekte berücksichtigen. Die Stadtverwaltung hat den neuen Forstwirtschaftsplan für 2026 beschlossen, der darauf abzielt, den Stadtwald klimaresistenter und artenreicher zu gestalten. Mit einer Fläche von 2100 Hektar, die in die beiden Reviere Leutzsch und Connewitz unterteilt ist, ist der Stadtwald ein zentraler Erholungsraum für die Bürgerinnen und Bürger von Leipzig. Besonders bekannt ist der Auwald mit 1800 Hektar, der eine bedeutende Rolle im Naturgefüge der Stadt spielt. [lvz.de] berichtet, dass vor allem junge Baumbestände im kommenden Forstjahr gepflegt werden sollen, um zu einem stabileren und vielfältigeren Waldökosystem beizutragen.

Ein zentrales Element des neuen Plans ist die Pflege und Entwicklung der Wälder in den betroffenen Erholungsgebieten, wie Lößnig-Dölitz und Stötteritzer Wäldchen. Dort stehen die Fällung von beschädigten und abgestorbenen Bäumen sowie die nachfolgende Pflanzung von robusten Baumarten wie Eichen, Vogelkirsch- und Wildbirnenbäumen auf der Agenda. Diese Maßnahmen sollen helfen, die Verteilung der Baumarten zugunsten der widerstandsfähigen Bestände zu fördern.

Fällungen und Neupflanzungen im Stadtwald

Im Revier Connewitz sind auf 1,2 Hektar Waldflächen mehrere Fällungen geplant, während im Revier Leutzsch auf insgesamt 12 Hektar alte Bäume entfernt werden sollen, um Licht für jüngere Pflanzen zu schaffen. In Bienitz sind die Maßnahmen darauf ausgerichtet, abgestorbene Bäume abzutragen und Traubeneichen zu pflanzen, die für trockene Standorte besonders geeignet sind. Diese Initiativen sind Teil einer umfassenden Strategie zur Anpassung der Wälder an die Herausforderungen des Klimawandels, die seit 2018 verstärkt durch längere Dürreperioden und Wetterextreme beeinträchtigt werden. [l-iz.de] hebt hervor, dass diese Veränderungen die Grundlage für die Prioritäten in der Holzernte beeinflusst haben, welche stark zurückgefahren wurde.

Die Stadtforsten von Leipzig haben den Fokus verlagert und konzentrieren sich nun auf die sichere Fällung von kranken oder verdorrten Bäumen anstatt auf großflächige Holzernte, was den Lebensraum für Tiere und Pflanzen schont. Die Buchung in den Vorjahren zeigt einen dramatischen Rückgang der Holzernte: von mehr als 4.000 Festmetern im Jahr 2016 auf nur 232 Festmeter im Jahr 2018. Diese Entwicklungen spiegeln die Notwendigkeit wider, die Bestände natürlicher zu unterstützen und den Baumartenreichtum zu bewahren.

Strategische Ausrichtung der Waldbewirtschaftung

Im Kontext dieser lokal ausgelegten Maßnahmen ist es entscheidend, dass sie auch mit nationalen Strategien abgestimmt sind. Die Waldstrategie 2050 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat das Ziel, den Wald unter den Bedingungen des Klimawandels zu erhalten und seine Biodiversität zu fördern. Der Schwerpunkt liegt auf einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder, welche die Ökosystemleistungen der Wälder sichert und sie an die zukünftigen klimatischen Bedingungen anpasst. [bmleh.de] nennt wichtige Handlungsfelder wie Klimaschutz, Biodiversität, und nachhaltige Forstwirtschaft, die in Leipzig ebenfalls eine zentrale Rolle spielen sollten.

Der Stadtrat wird voraussichtlich im Frühjahr 2026 über den neuen Forstwirtschaftsplan abstimmen, mit der Umsetzung, die im Herbst 2026 starten soll. Diese strategische Planung ist entscheidend für die Zukunft des Leipziger Stadtwaldes und seiner Vielfalt, die nicht nur den Erholungswert der Natur unterstreicht, sondern auch essentiell für den Klimaschutz ist.