Der Erholungspark Lößnig-Dölitz in Leipzig ist eine der jüngeren und größten Parkanlagen der Stadt. Entstanden auf einem ehemaligen Bergbaunutzungsgebiet, umfasst der Park eine Fläche von 95 Hektar und ist Teil des Landschaftsschutzgebiets Lößnig-Dölitz, das insgesamt 395 Hektar groß ist. Seine Begrenzungen reichen über das Neubaugebiet Lößnig im Norden bis zu Kleingartenanlagen im Osten, der Gorbitzer Straße im Süden und ehemaligen Schachtanlagen im Westen. Die Erreichbarkeit des Parks ist durch die Straßenbahnlinien 10 und 16 gegeben, die an der Endstelle Lößnig halten, was ihn zu einem beliebten Erholungsgebiet für die Anwohner macht, die hier verschiedene Erlebnisbereiche, Spielplätze und Wasserflächen finden.

In der Vergangenheit war der Park Schauplatz großer Ballonfahrertreffen, die von 1996 bis 2011 stattfanden. Heute sind die Anwohner jedoch besorgt über den Zustand der Bäume im Park. Vor allem der Klimawandel, der zu Baumsterben durch Trockenheit und Schädlingsbefall führt, hat die Anfragen zur Neupflanzung von Bäumen im Jahr 2023 negativ beeinflusst. Die Ablehnung dieser Anfragen resultierte aus dem Denkmalschutzstatus des Parks, der seit 2020 besteht und eine umfassende Gartendenkmalpflegerische Zielplanung erfordert.

Denkmalschutz und Pflege

Der Erholungspark steht als Gartendenkmal unter Schutz und weist mehrere Einzeldenkmale auf, darunter die Gaststätte „Zur Schäferei“ mit Terrasse, vier Pergolen aus Waschbeton sowie die Skulpturen „Schäferstündchen“, „Wasserzauber“ und „Leipziger Auenflora und -fauna“. Trotz seiner Bedeutung als Erholungsraum ist eine denkmalpflegerische Gesamtplanung noch nicht vorhanden. Eine umfassende Vermessung der Parkanlage wurde jedoch im Jahr 2024 durchgeführt. Zudem wird erwartet, dass die Zielplanung für den Denkmalschutz bis Ende des II. Quartals 2026 vorgelegt wird.

Im IV. Quartal 2024 wurde eine denkmalpflegerische Prüfung für die Wiederbepflanzung von 16 Baumstandorten durchgeführt. Die Bäume sollen voraussichtlich im I. Quartal 2025 gepflanzt werden. Das Amt für Stadtgrün und Gewässer bemüht sich um die Erhaltung der historischen Parkstrukturen durch regelmäßige Pflege, die Mahd, Gehölzschnitt und die Entfernung von Spontanaufwuchs umfasst. Diese Pflege trägt zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und zur Regulierung des Wasserhaushalts im Park bei, der als Kaltluftentstehungsgebiet fungiert.

Wasserflächen und Biodiversität

Der Park bietet eine Vielzahl von Wasserflächen, darunter den Stauteich, der mit 5,52 Hektar die größte Wasserfläche bildet. Weitere Wasseranlagen sind der Silbersee mit 0,74 Hektar und der Schäfereiteich mit 1,21 Hektar. Um das Ökosystem zu fördern, sind extensive Pflegemaßnahmen an den drei Teichen und Fließgewässern im Park erforderlich. Die Gräben zwischen den Teichen führen nicht ständig Wasser, was die Dynamik der Wasserflächen beeinflusst.

Mit der anschließenden Halde Leinestraße, die aus Trümmerschutt nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist, und dem im nördlichen Bereich angelegten Waldarboretum, das seit 1996 fremdländische Baumarten beherbergt, zeigt der Erholungspark Lößnig-Dölitz eine beeindruckende Strukturvielfalt. Die Herausforderungen durch den Klimawandel und die damit verbundenen ökologischen Veränderungen sind jedoch nicht zu ignorieren. Der Park bleibt ein wichtiger Bestandteil des Leipzigers Lebensraums und ein beliebtes Ziel für Erholungssuchende.

Für weitere Details zur Geschichte und zum Zustand des Parks lesen Sie auch die Informationen von Leipziger Zeitung und Wikipedia.