Am 7. März 2026 besucht Karena Schultheiß zum ersten Mal das Sportbad am Rabet in Leipzig. Sie ist langjährige Schwimmerin und im Rollstuhl unterwegs, begleitet von ihrer Assistenzhündin Jette. Die Herausforderung, die für viele Menschen mit Behinderungen beim Zugang zu Schwimmhallen besteht, ist ihr nicht fremd. Die Anreise ins Sportbad kann mit vielen Hürden verbunden sein, angefangen bei der Anreise selbst.
Das Sportbad am Rabet hat jedoch viel in Sachen Barrierefreiheit investiert. l.de berichtet, dass die barrierefreie Planung schon bei der Anreise anfängt. Für Besucher stehen zwei Behindertenparkplätze zur Verfügung, die ein ebenerdiger Zugang zur Haupttür bieten. Alternativ können Gäste auch mit der Tram anreisen, wobei die Haltestelle Einertstraße ebenfalls barrierefrei erreichbar ist.
Barrierefreie Ausstattung und Zugang
Das Sportbad selbst ist nach aktuellen Richtlinien zur barrierefreien Ausstattung konzipiert. Die Eingangstür ist automatisch und lässt sich per Türtaster auf rollstuhlgerechter Höhe öffnen. Die Kasse ist ebenfalls so gestaltet, dass sie für Menschen im Rollstuhl bequem erreichbar ist. Assistenzhunde dürfen ihre Besitzer in der Schwimmhalle begleiten und können in einem ruhigen Raum warten, wobei eine Vorab-Anmeldung erforderlich ist.
Der allgemeine Ansatz zur Barrierefreiheit in Schwimmbädern steht nicht nur im Fokus des Sportbades in Leipzig. baederland.de hebt hervor, dass alle Bäder in Deutschland gemäß der DIN 18040 und der Hamburgischen Bauordnung barrierefrei sein sollten. Zudem gelten diese Standards speziell für neuere und modernisierte Schwimmbäder mit flachen Beckeneinstiegen und Handläufen.
Inklusion im Sport
Die Thematik der Inklusion im Sport hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. aktion-mensch.de betont, dass gemeinsamer Sport die Akzeptanz und Toleranz unter den Menschen fördert und Vorurteile abbaut. Dennoch zeigt der DOSB-Sportentwicklungsbericht, dass nur etwa 35 % der Sportvereine in Deutschland inklusiv arbeiten. Die Kluft bleibt bestehen: Statistiken zeigen, dass 55 % der Menschen mit Behinderung keinen Sport treiben, während der Anteil bei Menschen ohne Behinderung nur bei 28 % liegt.
Ein Grund für diese Diskrepanz sind die unzureichenden inklusiven Sportangebote und die mangelhafte Zugänglichkeit vieler Sportstätten. Verbandswesen und politische Akteure sind gefordert, die Infrastruktur zu verbessern, um die Teilhabe aller Menschen am Sport zu gewährleisten. Abschließend bleibt zu hoffen, dass Einrichtungen wie das Sportbad am Rabet Horizonte der Inklusion im Sport erweitern und als Vorbild für eine breite Umsetzung von Barrierefreiheit dienen können.