Am Freitag, den 27. Februar 2026, wird der öffentliche Nahverkehr in Leipzig stark eingeschränkt, da die Gewerkschaft Verdi zu einem Streik der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) aufruft. Der Streik beginnt am frühen Freitagmorgen um 3 Uhr und soll bis Sonntag um 6 Uhr dauern. LVB-Sprecher Marc Backhaus hat bereits massive Einschränkungen im Verkehrsangebot angekündigt. Nach Erwartungen der Streikleitung arbeiten etwa 50% der Busfahrerinnen und Busfahrer während der Frühschicht. Trotz der heftigen Auseinandersetzungen sind nicht alle Beschäftigten der LVB am Streik beteiligt. Dies könnte zu Konflikten zwischen streikenden und arbeitenden Mitarbeitern führen, deren Beweggründe jedoch unterschiedlich sind.

Die Auswirkungen des Streiks sind gravierend: Am Freitag und Samstag werden voraussichtlich keine Busse und Straßenbahnen fahren. Ein möglicher Notfahrplan, der die Situation entschärfen könnte, wurde bis zum heutigen Morgen noch nicht bekannt gegeben. Bis 6:30 Uhr hatten die Dienste der Deutschen Bahn ebenfalls keine Hinweise auf den Streik bemerkt und gaben an, dass alle Bahnen und Busse verkehren würden. Der Streik legt damit das öffentliche Verkehrsnetz in der Stadt nahezu lahm, und viele Fahrgäste sind auf alternative Verkehrsmittel angewiesen.

Alternative Mobilitätsangebote und Streik-Hintergründe

Die Gewerkschaft Verdi empfiehlt den Bürgern, am Freitag und Samstag auf alternative Verkehrsmittel zurückzugreifen. Möglichkeiten wären unter anderem Fahrradfahren, Carsharing oder die Nutzung von Taxis. Zudem bieten die LVB registrierten Nutzern der App LeipzigMove an beiden Tagen jeweils 30 Freiminuten für Nextbike-Fahrten kostenfrei an. Einzelne Buslinien, die von Subunternehmen betrieben werden, sollen weiterhin planmäßig verkehren. Dazu zählen unter anderem die Linien 61, 62, 66 und 91.

Der Hintergrund des Streiks sind laufende Tarifverhandlungen zwischen Verdi und dem kommunalen Arbeitgeberverband Sachsen (KAV). Die Gewerkschaft fordert eine Reduzierung der tariflichen Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Der KAV hingegen erachtet diese Forderungen als finanziell und gesellschaftlich nicht umsetzbar und schlägt stattdessen einen Urlaubstag weniger pro Jahr vor. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 9. März geplant. Verdi droht zudem mit weiteren Streiks, sollten die Arbeitgeber nicht kompromissbereit reagieren, was im schlimmsten Fall den Termin zur Leipziger Buchmesse betreffen könnte.

Die Situation zwischen LVB und Verdi ist angespannt. Ein Brief der LVB-Geschäftsführung an die Gewerkschaft wurde von vielen als Behinderung der Gewerkschaftsarbeit wahrgenommen. Vertrauensleute kritisierten insbesondere die Formulierungen, die die Diskussion über Tarifverhandlungen auf Betriebshöfen einschränken. Die Gespräche am Streikposten zeigen, dass die Fronten zwischen den Beteiligten verhärtet sind, und eine schnelle Einigung wäre in der gegenwärtigen Lage wünschenswert.

Für mehr Informationen über die verbleibenden Fahrten während des Streiks können Fahrgäste die Move-App nutzen. Dort sind derzeitige Informationen über das Verkehrsangebot verfügbar.