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In Leipzig haben am vergangenen Wochenende mehrere autonome Gruppen die Besetzung leerstehender Wohnhäuser in der Stadt in Angriff genommen. Damit möchten die Aktivisten auf die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt aufmerksam machen. Unter der Organisation „Autonome Besetzungstage Leipzig“ begannen die Aktionen am Freitag mit einem besetzten Gebäude an der Lützner Straße in Lindenau, wo ein Café und preiswerter Wohnraum vorgesehen sind. Nach einer Besetzung über Nacht wurde dieses Gebäude jedoch von der Polizei in der Nacht zum Samstag geräumt. Dabei wurden drei Personen angetroffen, gegen die Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet wurden, berichtet die lvz.de.

Am Sonntag wurde der Protest in Sellerhausen fortgesetzt, als die Aktivisten versuchten, ein Mehrfamilienhaus, bekannt als „Villa Krause“, zu besetzen. Die Polizei bestätigte, in der Julius-Krause-Straße Zugriff auf das Gebäude zu haben, fand jedoch keine Personen bei ihrer Durchsuchung. Vor dem besetzten Haus hielten sich etwa 80 Personen bei einer spontan angemeldeten Kundgebung auf. Die Stimmung war laut Berichten von nd-aktuell.de friedlich; ein Kuchenbuffet wurde im Hof aufgebaut und Transparente mit der Aufschrift „Nachbarschaft gemeinsam gestalten“ waren angebracht.

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Geplante Projekte und politische Hintergründe

Die Gruppe plant, die „Villa Krause“ für verschiedene Gemeinschaftsprojekte zu nutzen, darunter Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe, einen Umsonstladen und regelmäßige Nachbarschaftstreffen. Damit will man gegen die Vereinzelung auf dem Wohnungsmarkt und für stärkere Nachbarn eintreten. Die Linke-Politikerin Juliane Nagel bezeichnete die Besetzungen als „praktische Aktion“ gegen den Leerstand. Ein weiteres Ziel ist, auf die ungleiche Verteilung von Eigentum aufmerksam zu machen.

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Bereits am Freitagabend wurden in Lindenau nicht nur Banner mit Parolen aufgehängt, sondern auch Pyrotechnik gezündet. Dies führte zu einem Großaufgebot der Polizei, die auf die Besetzungen reagieren musste. In der Nacht zum Samstag wurde zudem ein Polizeiposten in Connewitz mit Graffiti beschmiert und ein Fenster beschädigt.

Die Aktivisten haben angekündigt, dass die Aktionen nicht enden werden und die „Autonomen Besetzungstage“ als fortlaufend bezeichnet. Die Berichterstattung über diese Vorfälle zeigt deutlich, dass die Situation um den Wohnungsmarkt in Leipzig weiterhin angespannt bleibt und die Protestformen, wie Besetzungen, immer konkreter in den Fokus rücken.