Am 16. Februar 2026, um 12:08 Uhr, kommt es zu erheblichen Behinderungen auf der Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz. Der Grund: Ein technischer Defekt eines neuen Akku-Zugs der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB). Die Behinderungen sind den gesamten Montag über zu erwarten, was Reisende gezwungen hat, auf alternative Verkehrsmittel zurückzugreifen. So wird ein Teil der Züge der Linie RE6 ohne Zwischenhalte über Riesa umgeleitet. Die Mitteldeutsche Regiobahn geht davon aus, dass ab Dienstag die regulären Verbindungen wiederhergestellt werden können.
Die aktuellen Schwierigkeiten stehen im Zusammenhang mit der Premiere der neuen Akkuzüge von Alstom. Diese Züge, die eine Version des Typs Coradia Continental darstellen, sollten ursprünglich bereits im Dezember 2023 in Betrieb genommen werden, jedoch verzögerten Lieferschwierigkeiten den Start. Die ersten Akkuzüge wurden Anfang Februar 2026 mit mehrjähriger Verspätung in den regulären Betrieb genommen. Bis Mitte Juni 2026 sollen insgesamt elf Akkuzüge die derzeit verkehrenden Diesel-Doppelstockzüge aus den 1990er Jahren ersetzen, um die Qualität der Beförderung zu verbessern.
Technische Details der Akkuzüge
Die neuen Akkuzüge zeichnen sich durch eine hohe Reichweite von bis zu 120 Kilometern aus. Für das Aufladen der Akkumulatoren mit einer Kapazität von 840 kWh sind die Endbahnhöfe Chemnitz und Leipzig zuständig. Während der Halte an Bahnhöfen laden die Züge ihre Akkus über Oberleitungen. Die Züge sind dreiteilige Triebzüge, die in der Regel in Doppeltraktion verkehren und insgesamt 300 Sitzplätze bieten, einschließlich Rollstuhl- und Fahrradstellplätzen sowie behindertengerechten WCs und Steckdosen.
Der Einsatz dieser Akkuzüge ist ein Teil der Bemühungen der Deutschen Bahn (DB), ihre emissionsfreien Ziele zu erreichen. Laut den Plänen soll die DB bis 2040 klimaneutral sein und den Dieselverkehr weitgehend abschaffen. Der Betrieb der neuen Akkuzüge durch die MRB ermöglicht es, emissionsfreies Fahren auf nicht elektrifizierten Strecken zu realisieren, indem sie mehrere Millionen Liter Treibstoff jährlich im Vergleich zu Dieseltriebwagen einsparen. Die Entwicklungen in Sachsen sind also auch ein Schritt in Richtung einer insgesamt nachhaltigeren Verkehrsstrategie.
Betriebsführerschein und Herausforderungen
Trotz der technologischen Fortschritte gibt es Herausforderungen. Die eingleisige Bahnstrecke ist anfällig für Störungen, und ein zweigleisiger Ausbau sowie die Elektrifizierung werden voraussichtlich noch Jahre in Anspruch nehmen. Der Verkehrsverbund Mittelsachsen hat sich bisher nicht zu den Ursachen des technischen Defekts geäußert, was bei Fahrgästen Fragen aufwirft. MRB benötigt daher mindestens vier Züge statt drei, um den ambitionierten Stundentakt zwischen Chemnitz und Leipzig aufrechtzuerhalten.
Insgesamt zeigt sich, dass die Einführung der Akkuzüge ein Schritt in die richtige Richtung ist, jedoch weiterführende infrastrukturelle Verbesserungen nötig sind, um die Zuverlässigkeit der Verbindungen zwischen Dresden, Chemnitz und Hof langfristig zu gewährleisten. Die Nutzung innovativer Technologien verlangt daher nicht nur nach neuen Fahrzeugen, sondern auch nach nachhaltig geplanten Schieneninfrastrukturen.
Für künftige Einsätze sind zudem mobile Ladeinfrastrukturen angedacht, die eine flexible Nachladung ermöglichen sollen. Solche Maßnahmen sind bereits in Schleswig-Holstein geplant und könnten in der Region Sachsen schrittweise adaptierbar werden.



