Die Leipziger Wasserwerke haben im November 2025 mit der Sanierung eines alten Mischwasserkanals im Stadtteil Leutzsch begonnen. Trotz winterlicher Bedingungen wird das Projekt als technischer Meilenstein bezeichnet. Unternehmenssprecherin Katja Gläß hob die Bedeutung der Maßnahme hervor, deren Gesamtkosten sich auf 2,6 Millionen Euro belaufen und deren Abschluss bis 2028 geplant ist, wie lvz.de berichtet.

Im ersten Bauabschnitt wurde fast ein Kilometer des Kanals durch das innovative Warmhärteverfahren saniert. Dabei wird ein mit Kunstharz getränkter Schlauch unter Wasserdruck in den bestehenden Kanal eingebracht und anschließend mit heißem Wasser erhitzt. Ein sechs Meter hohes Gerüst, auch Inversionsturm genannt, war erforderlich für die erfolgreiche Platzierung des Schlauchs. Diese Technik sorgt in Wohn- und Kleingartenbereichen für weniger Einschränkungen für Anwohner und Pendler, ist jedoch technisch anspruchsvoll, wie l.de erläutert.

Fortschritte und Herausforderungen

Bis Ende Januar 2026 wurden sieben Schlaucheinzüge erfolgreich durchgeführt. Dies umfasste den Einbau in entgegen der Fließrichtung, sowie das Überwinden von unterschiedlichen Kanalmaßen und einer 90-Grad-Kurve am Streckenende. Insgesamt wurden dafür rund 120 Tonnen Material und Technik eingesetzt, einschließlich eines 50 Tonnen schweren Tiefladers und auf Eis gekühlten Schläuchen. Im ersten Bauabschnitt konnten fast 400 Meter Kanal saniert werden, während der zweite Bauabschnitt im Juli 2026 beginnen soll. Dann wird die offene Bauweise notwendig sein, um besseren Zugang zur Wartung und Betrieb zu bieten.

Für die Anwohner wird es bedeutende Veränderungen geben, da rund 500 Meter des Mischwasserkanals auf einer neuen Trasse errichtet werden. Die Maßnahme betrifft auch mehrere betroffene Areale, darunter Gartensparten, eine Sportanlage, eine Schule und eine Kita. Ein Speicherbecken unter dem Hartplatz des TuS Leutzsch wird zusätzlich errichtet, um das Kanalsystem bei Starkregen zu entlasten.

Optimale Zusammenarbeit mit Anwohnern

Knut Löschenkohl, Vorsitzender des Gartenvereins Leipzig-West, äußerte sich positiv über die Kommunikation zwischen den Wasserwerken und den Anwohnern, insbesondere bezüglich Ersatzpflanzungen für Bäume, die gefällt werden müssen. Dank der fortlaufenden Abstimmung kann eine trotz der umfangreichen Baustelle so störungsfreie Sanierung erfolgen.

Für anspruchsvollere Kanalbauarbeiten ist die Kurt Müller GmbH, ein Fachbetrieb für die Errichtung und Sanierung von Entwässerungssystemen, zuständig. Das Unternehmen ist auf innerörtliche Erneuerungen und die Erschließung neuer Baugebiete spezialisiert und gehört der RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau an. Es gewährleistet eine normkonforme und nachhaltige Bauausführung und ist damit bestens aufgestellt, um diese wichtige Infrastrukturmaßnahme in Leipzig zu unterstützen, wie mueller-tiefbau.de informiert.