Am 7. März 2026 beginnen in Leipzig die Vorbereitungen für den Internationalen Frauentag am 8. März. Anonyme Organisator*innen rufen zur Teilnahme an mehreren Veranstaltungen auf, die auf einen sensiblen Umgang mit linken und feministischen Themen abzielen, insbesondere in Bezug auf Sexarbeit und Außenpolitik. Partei-, Organisations- und Nationalfahnen sind bei diesen Demonstrationen unerwünscht, um ein Zeichen der Einheit im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit zu setzen. Die erste Veranstaltung startet bereits um 20 Uhr am Südplatz, nachdem um 19 Uhr eine „Take Back the Night“-Demo vom linken Studierendenverband SDS organisiert wird. Bei dieser Demonstration sind Männer, die sich mit ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren, von der Teilnahme ausgeschlossen.

Die größte Demonstration des Wochenendes wird am Sonntag um 14:30 Uhr auf dem Augustusplatz erwartet. Rund 3.000 Teilnehmer*innen werden zu dem Motto „Kein Schritt zurück – Die Zeit zu kämpfen ist jetzt!“ erwartet. Das Bündnis „8. März ist immer“, zu dem Gewerkschaften, Parteigliederungen und verschiedene Vereine gehören, kämpft gegen patriarchale Gewalt, Sexismus, Rassismus und Diskriminierung. Auch hier sind National- und Territorialflaggen nicht erlaubt. Die Demonstration wird etwa vier Stunden dauern und endet um 18:30 Uhr am Connewitzer Kreuz.

Vielfältige Aktivitäten und Veranstaltungen

Im Vorfeld der großen Demonstrationen gibt es mehrere weitere Events. Am 8. März wird von 12 bis 17 Uhr ein Treffen im Rabet stattfinden, das von „Migrantifa“ organisiert wird und sich hauptsächlich an Migrant*innen richtet, jedoch auch alle Interessierten willkommen heißt. Zudem findet am selben Tag um 17 Uhr eine kleinere Demonstration aus dem antiimperialistischen, pro-palästinensischen Lager am Alexis-Schumann-Platz statt, die auf dem Augustusplatz endet.

Zusätzlich ist ein Programm in Grünau ab 11 Uhr geplant, das ein Brunch, ein Konzert, Kurzfilme, Schminken, eine Talentshow und weitere Aktionen umfasst. Ein gemeinsames Fastenbrechen, organisiert von verschiedenen Akteur*innen, ist für 17:30 Uhr vorgesehen. Während am 8. März weltweit Frauen streiken, sind in Deutschland keine großen Beteiligungen zu erwarten. „Frauen in Verdi“ rufen nicht an zum Streik auf, sondern zu anderen Aktivitäten, wie etwa „aktiven Mittagspausen“. Die Initiative „Enough Leipzig“ plant zudem Aktionen am Montag, darunter sichtbare „pinke Banden“ in der Innenstadt.

Hintergründe zum Internationalen Frauentag

Der Internationale Frauentag, der auf den 8. März fällt, hat seine Wurzeln in den USA, wo er 1909 ins Leben gerufen wurde, und wurde 1975 von den Vereinten Nationen institutionalisiert. Er dient dem Zweck, Gewalt, Diskriminierung und Ausbeutung zu bekämpfen sowie die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern. Während UN Women darauf hinweisen, dass die Welt für Frauen und Mädchen gleichberechtigter ist als je zuvor, bleibt der Fortschritt „zu langsam, zu fragil und zu ungleichmäßig“. In Deutschland erfährt jede dritte Frau mindestens einmal physische oder sexualisierte Gewalt.

Um langfristige Veränderungen anzustoßen, setzen sich Bewegung und Aktivist*innen nicht nur für den Schutz und die Anerkennung der Rechte von Frauen ein, sondern auch für soziale Reformen gegen patriarchale Gewalt und für die Finanzierung von Gewaltschutzeinrichtungen. Weitere zentrale Forderungen, die auch bei den Leipziger Demonstrationen thematisiert werden, umfassen die Stärkung internationaler Frauen- und LGBTQI+ Rechte sowie die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen

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Der Internationaler Frauentag ist folglich mehr als ein einmaliges Event, er steht für einen kontinuierlichen Kampf. Veranstaltungen und Aktionen, die in Leipzig und weltweit passieren, stärkten die Stimmen der Frauen und setzen ein Zeichen für Gleichheit und Gerechtigkeit. Der Aufruf zur Solidarität und zur aktiven Teilnahme an diesen Bewegungen ist einfacher denn je.