Der Bühnenfreunde Augsburg e.V. hat kürzlich eine bedeutende Entscheidung getroffen, die nicht nur den Verein, sondern auch die Gemeinde Gablingen betrifft. Nach mehreren Jahrzehnten der Duldung übergibt der Verein jetzt zwei Grundstücke in Holzhausen zurück an die Gemeinde. Diese Flächen, die seit den 1960er Jahren offiziell genutzt wurden und eine Gesamtfläche von etwa 5400 m² umfassen, dienten den Mitgliedern für Freizeitaktivitäten wie Fußballspielen, Baden und Grillen.

Mit der Zeit jedoch wurde die Pflege der Grundstücke für die älter gewordenen Mitglieder immer schwieriger, und die stark gestiegenen Versicherungsbeiträge machten das Kosten-Nutzen-Verhältnis für den Verein unattraktiv. Dies führte dazu, dass Gespräche mit der Gemeinde aufgenommen wurden, die schließlich den Wunsch zur Rückgabe des Grundstücks akzeptierte. Vor der Rückübergabe hat der Verein bereits Hütten und Zäune abgerissen und das Vereinsheim aufgegeben. Am Ende dieser Woche wird das Grundstück im Naturzustand übergeben.

Einvernehmliche Lösung

Beide Parteien zeigten sich mit der gefundenen Lösung zufrieden. Die Bühnenfreunde Augsburg, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiern möchten, können sich nun auf neue zukünftige Projekte konzentrieren, während die Gemeinde die Flächen neu gestalten kann.

Zurzeit liegt der Fokus der Bühnenfreunde auf der Aufführung des Stücks „Das Wunderwasser“. Unter der Regie von Hans-Joachim Caspart bringt der Verein eine spannende Geschichte auf die Bühne, in der sich ein gescheiterter Nachbar um den Zugang zu einem Brunnen streitet. Die zentralen Figuren – Paul Kiebele, Sophie Hufnagel, und Philip Schonke – entwickeln sich in einem Konflikt, der sowohl Humor als auch emotionale Tiefe bietet.

Theatergeschichte und Resilienz

Die Rückgabe der Grundstücke und die bevorstehenden Feierlichkeiten sind nicht nur lokale Ereignisse, sondern erinnern auch an die Resilienz des Theaters in schwierigen Zeiten. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg lag das Schicksal vieler Bühnen in Deutschland in den Händen der Menschen, die Kunst und Kultur am Leben halten wollten. So wurde beispielsweise 1945 das Theater in Kiel wieder eröffnet, und Künstler suchten nach Wegen, die Kunst in der Nachkriegszeit zu beleben. Die hohe Besucherzahl trotz widriger Umstände zeigt, wie wichtig Ausdrucksformen der Kultur für die Menschen in Krisensituationen sind.

Die Geschichte der Bühnenfreunde Augsburg und ihre aktuelle Situation verdeutlichen, wie sich Traditionen weiterentwickeln müssen, um auch in Zukunft relevant zu bleiben. Die Rückkehr an die Gemeinde ist ein Schritt in eine neue Ära für den Verein und trägt zur Belebung der regionalen Gemeinschaft bei.

Weitere Informationen zu den Bühnenfreunden und der Aufführung sind auf der Webseite der Bühnenfreunde zu finden. Für geschichtliche Hintergründe über die Theaterlandschaft nach dem Krieg klicken Sie hier. Mehr über die Rückgabe der Grundstücke ist in einem Artikel der Augsburger Allgemeinen nachzulesen.