Heute, am 9. Februar 2026, sind in Sachsen zahlreiche Warnstreiks angesetzt, die Hochschulen und das Universitätsklinikum betreffen. Diese Mobilisierungen fallen zeitlich mit der dritten Verhandlungsrunde zwischen dem Land Sachsen und der Gewerkschaft ver.di zusammen, die heute beginnt. Ver.di-Bezirksgeschäftsführer Sebastian Viecenz äußerte, dass die bisherigen Verhandlungen unzufriedenstellend verlaufen sind. Die Auftaktveranstaltung des Warnstreiks fand bereits um 07:30 Uhr im Kulturzentrum Nürnberger Straße statt, während im Volkshaus auf der Karl-Liebknecht-Straße seit 08:30 Uhr eine „Streik-Uni“ mit Seminaren zu Streikrecht und Tarifverhandlungen stattfindet. Die Leipziger Internetzeitung berichtet.
Der Warnstreik hat auch Auswirkungen auf andere öffentliche Einrichtungen. So muss das Leipziger Universitätsklinikum mögliche Verschiebungen von planbaren Behandlungen wegen der Streikbeteiligung in Kauf nehmen. Zusätzlich führen Bauarbeiten an der Gleisüberfahrt auf der Ratzelstraße zu Umleitungen und einem Schienenersatzverkehr für mehrere Linien der Leipziger Verkehrsbetriebe. Linie 1 fährt verkürzt bis zur Hermann-Meyer-Straße, während auch Linien 2 und 3 betroffen sind. Linie 8 fährt jedoch weiterhin im 10-Minuten-Takt zwischen Grünau-Nord und Wilhelm-Leuschner-Platz.
Hintergrund der Streiks
Die aktuelle Tarifrunde, die wesentlich mehr Beschäftigte als im Vorjahr betrifft, ist geprägt von hohen Forderungen aufgrund steigender Lebenshaltungskosten. Gewerkschaften fordern Gehaltserhöhungen im Bereich der Länder von bis zu 7 Prozent oder mindestens 300 Euro. Besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten beschäftigt die Frage, wer diese Lohnerhöhungen in Krisenzeiten finanzieren kann. Diese Problematik wird durch die derzeitige Konjunktursituation verstärkt, in der viele Unternehmen unter Auftragsflauten leiden. Das BAYERN 2 berichtet.
Zusätzlich zu den Warnstreiks in Hochschulen sind weitere Mobilisierungen in sächsischen Schulen angekündigt. Die Bildungsgewerkschaft GEW plant für diese Woche Warnstreiks in verschiedenen Regionen, und auch bundesweit sind Aktionen für Hochschulbeschäftigte in Planung. Laut GEW-Landeschef Burkhard Naumann ist die Ursache der Streiks sowohl der hohe Arbeitsdruck als auch der Personalmangel, der viele Beschäftigte dazu zwingt, unbezahlte Überstunden zu leisten. Arbeitgeberseite kritisiert die Streikmaßnahmen und betont, dass es konstruktive Verhandlungen gebe. Die Zeit informiert.
Kultur und Auszeichnungen
Auch kulturelle Initiativen stehen auf der Agenda in Leipzig. Die Bewerbungsfrist für den Louise-Otto-Peters-Preis, welcher für Verdienste um die Frauenrechte vergeben wird, hat begonnen. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird zum zwölften Mal verliehen. Letzter Preisträger war der Sidekick Leipzig e.V., der sich um die Förderung von Frauen im Kampfsport verdient gemacht hat. Bewerbungen können bis zum 30. April 2026 unter leipzig.de/louise-otto-peters-preis eingereicht werden. Louise Otto-Peters lebte von 1819 bis 1895 und war eine Pionierin der deutschen Frauenbewegung.