Am 15. April 2026 unterzeichneten Vizeadmiral Jan Christian Kaack und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) eine Absichtserklärung zur Nutzung des ehemaligen MFG-5-Geländes in Holtenau Ost. Die Stadt Kiel und die Bundeswehr haben sich darauf verständigt, dass rund 90 Hektar des Geländes für militärische Zwecke benötigt werden, insbesondere für ein Seebataillon mit etwa 1.500 Soldaten.
Das MFG-5-Gelände war bis 2013 Standort des Marinefliegergeschwaders 5 und wurde von der Stadt Kiel 2020 für etwa 30 Millionen Euro erworben. Ursprünglich planten die Verantwortlichen dort den Bau von 2.200 Wohnungen. Mit der neuen Einigung bleibt jedoch ein Drittel des Geländes im städtischen Eigentum, wo voraussichtlich 700 Wohnungen entstehen sollen. In der gesamten Stadt sollen etwa so viele Wohnungen gebaut werden, wie zuvor auf dem MFG-5-Gelände vorgesehen waren.
Neuer Wohnungsbau und Ersatzflächen
Im Rahmen der Vereinbarung erhält Kiel neun Ersatzflächen. Dazu zählen zahlreiche ältere Mehrfamilienhäuser sowie größere Flächen, wie das Bundeswehrverwaltungszentrum, die Belvedere-Kaserne und das Areal des Max-Rubner-Instituts. Auf diesen neuen Flächen könnten perspektivisch bis zu 2.275 Wohnungen entstehen, was die ursprünglich geplanten Bauvorhaben für Holtenau Ost sogar übertrifft.
Die Stadt plant, im Austausch für ihre verlorenen Flächen auch eine finanzielle Entschädigung von der Bundeswehr zu verlangen, um bereits geleistete Vorleistungen zu decken. Details dazu und zur Höhe des Kaufpreises für das MFG-5-Gelände sind jedoch bisher noch unklar.
Kritik und Diskussionen
Trotz der positiven Entwicklungen sieht die Kieler CDU die Erklärung als wichtigen Schritt zur Verbindung sicherheitspolitischer und städtebaulicher Interessen. Auf der anderen Seite äußert die Ratsfraktion Die Linke/Die Partei Bedenken hinsichtlich der Infrastrukturausstattung in den geplanten Wohngebieten.
Bereits im Verlauf der Verhandlungen, die seit Oktober 2025 geführt werden, fand ein erster Standortdialog zur Nutzung des MFG-5-Geländes statt. Eine Beschlussfassung in der Kieler Ratsversammlung ist für den kommenden Juni geplant. Es bleibt abzuwarten, wie die weiteren Gespräche und Planungen verlaufen werden.
Für mehr Informationen zu diesem Thema können Leser die Artikel auf NDR und SHZ nachlesen.


